Aufklärung gegen Genitalverstümmelung | Äthiopien
Kampf gegen eine grausame Tradition
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„Es ist Tradition, und ohne Beschneidung können Frauen nicht heiraten!", heißt es. Die europäischen Hochzeitstraditionen hat man in Äthiopien gern übernommen, aber dabei die Jahrhunderte alte schädliche Tradition nicht abgelegt: die Frauenbeschneidung, oder, klarer gesagt, die Genitalverstümmelung. Im zarten Kindesalter oder manchmal sogar einen Monat vor der Hochzeitsnacht werden die Klitoris und oft auch die äußeren und inneren Schamlippen abgeschnitten. Diese Beschneidungen sind nicht nur sehr schmerzhafte Schnitte, sondern haben lebenslange psychische und physische Folgen. Den kleinen Mädchen wird vor dem großen Fest, das ihnen zu Ehren gefeiert wird, nicht gesagt, was mit ihnen passiert. Umso größer ist dann der Schock, der Vertrauensverlust gegenüber der Mutter, die diese Prozedur leitet. Für die beschnittenen Frauen ist Sexualität nur noch ein Dienst für die Männer. Ein eigenes positives Erleben erfüllter Sexualität ist kaum möglich. Außerdem, so berichten Hebammen, sind die Vernarbungen im Genitalbereich so schlimm, dass die Frauen bei Geburten oft schrecklich reißen und im schlimmsten Fall verbluten.
Obwohl diese Praktiken offiziell verboten sind, werden noch 60 bis 80 Prozent der Frauen fürs ganze Leben verstümmelt. Ob Christen oder Muslime, ob Orthodoxe oder Evangelische, alle machen mit und niemand redet darüber. Unsere Partnerkirche, die Äthiopische Evangelische Kirche Mekane Yesus (EECMY), bricht das Schweigen, klärt auf und hat damit in den Städten erste Erfolge. Bitte unterstützen Sie mit Ihrer Spende den Kampf gegen die Mädchen- und Frauenbeschneidung in Äthiopien.
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