Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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Tansania: medizinisches Personal verlässt nichtstaatliche Krankenhäuser

Auf einem Treffen der Lutheran Mission Cooperation (LMC) vom 12.10. bis 19.10.2007 in Lushoto/Tansania hat die Lutherische Kirche von Tansania (ELCT) mit großer Sorge vorgetragen, dass es in Tansania an ausgebildeten Ärzten und anderem medizinischen Personal fehlt.

Die tansanische Regierung verfügt zur Zeit auf Grund des Schuldenerlasses und großzügiger Unterstützung auch aus Deutschland über gute Finanzreserven, die sie auch tatsächlich ins Gesundheits- und Bildungswesen investiert. Die Einkommen des medizinischen Personals in den staatlichen Krankenhäusern sind in den letzten Jahren stetig gewachsen. Die nichtstaatlichen und vor allem die kirchlichen Krankenhäuser können die Gehälter nicht ebenso anheben, da sie nicht in gleichem Maße über entsprechende Gelder aus Schuldenerlass oder Entwicklungshilfe verfügen.

Das führte zu einer großen Abwanderung des Fachpersonals aus den nichtstaatlichen Krankenhäusern. Der Bericht des Verantwortlichen der ELCT für Gesundheitswesen, Dr.Sigalla, zeigte eine erschütternde Statistik des Verlustes von medizinischem Personal. Statt sich gegenseitig zu ergänzen – wie in der Vergangenheit - machen sich die unterschiedlichen Träger nun Konkurrenz. Die Regierung bekennt sich zwar öffentlich zu ihrer Verantwortung auch für den Nichtregierungssektor im Gesundheitswesen - so zuletzt der Ministerpräsident des Landes bei seinem Besuch im Krankenhaus der Konde-Diözese in Matema am 23.10.2007 - aber die Verhandlungen mit der Regierung um Übernahme der Gehälter oder zumindest ausreichende Unterstützung der kirchlichen Krankenhäuser ziehen sich hin.

Im Rahmen der Lutheran Mission Cooperation (LMC) haben die ELCT und ihre „nördlichen Partner“ einen offenen Brief an  die Tansanische Regierung verfasst, der auf die Problemlage hinweist. Darüber hinaus sind die Partnerkirchen der ELCT und die Missionswerke gebeten worden, sich bei ihren Regierungen dafür zu verwenden, dass sie die tansanische Regierung dazu bringen, den Segen des Schuldenerlasses, nicht nur in dem Regierungssektor zukommen zu lassen, sondern der Zivilgesellschaft insgesamt, also auch den sozialen Einrichtungen der Kirchen und der NGOs.

 

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