Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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Eswatini: Ende der Gewalt gefordert

In Eswatini (früher Swasiland) versuchen demokratische Kräfte seit Jahren erfolglos, mit König Mswati III. einen Dialog über die Zukunft des Landes zu führen. Seit Ende Juni kommt es bei Demonstrationen zu einer Welle von Gewalt. In Anbetracht dieser Situation hat sich ein loses Swasi-Netzwerk in Deutschland, dem sich das Berliner Missionswerk angeschlossen hat, zu einem Offenen Brief entschieden. Ziel ist es, ein Ende der Gewalt zu erreichen und einen nationalen, inklusiven Dialog in Eswatini voranzubringen. Dafür sucht das Netzwerk weitere UnterstützerInnen.

Im Mai hatten sich vor allem Jugendliche in Eswatini zunächst friedlich für demokratische Strukturen und die Abschaffung der absoluten Gewalt des Königshauses eingesetzt. Nun kommt es seit Ende Juni zu einer Welle von Gewalt bei Demonstrationen.

Die sich nicht zuletzt aufgrund der Corona-Pandemie verschärfende sozio-ökonomische Krise im Land und die damit einhergehende wachsende Arbeitslosigkeit treibt besonders junge Menschen auf die Straße. Sie fühlen sich von den staatlichen Institutionen allein gelassen, unterdrückt und sehen gleichzeitig den luxuriösen und verschwenderischen Lebensstil der königlichen Familie. Die Sicherheitskräfte begegnen Protesten mit brutaler Gewalt, indem Demonstrierende geschlagen, beschossen und sogar getötet werden. Berichten zufolge werden Menschen von Polizei und Militär aus ihren Häusern entführt, darunter auch JournalistInnen.

Im offenen Brief heißt es:

„Eswatini erlebt zurzeit ein nie dagewesenes Maß an staatlicher Gewalt und Verletzung von Menschen- und BürgerInnenrechten. InternetbetreiberInnen wurden gezwungen, das Land vom Netz zu nehmen, so dass eine Berichterstattung nur bedingt möglich ist. Menschen fürchten um ihr Leben, wenn sie öffentlich über die Situation berichten.

Die Forderungen der nationalen Zivilgesellschaft, die bisher weder in der Regierung noch beim Königshaus Gehör fanden, beinhalten unter anderem die Zulassung demokratischer Parteien, einen nationalen Dialog über die derzeitige Verfassung und den Stellenwert der Monarchie.

Die Regierung von Eswatini soll aufgefordert werden, das Recht auf Leben, Menschenwürde, Meinungsfreiheit und Versammlungsfreiheit zu wahren und zu schützen.

Wir appellieren daher an die Bundesregierung und die EU, sich umgehend mit all ihr zur Verfügung stehenden Mittel für ein Ende der Gewalt einzusetzen und auf einen nationalen, inklusiven Dialog in Eswatini zu pochen.
Gerne stehen wir als deutsches zivilgesellschaftliches Swasi-Netzwerk für weiterführende Gespräche zur Verfügung.“

Unterzeichnende Organisationen und Einzelpersonen:

  • Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika/Werkstatt Ökonomie
  • Berliner Missionswerk
  • Möwenwegstiftung
  • Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree, Berlin
  • Kindernothilfe e.V.
  • Amnesty International Deutschland
  • Evangelisches Missionswerk in Deutschland e.V. (EMW)
  • Thomas Engel-Stiftung
  • Dr. Reinhard Jakob Kees, Pfarrer, Evangelischen Kirchenkreis Neukölln, Berlin
Luftbild der Innenstadt von Mbabane, Hauptstadt...

Luftbild der Innenstadt von Mbabane, Hauptstadt von Eswatini (Swasiland), Foto: Sopotnicki/Shutterstock.com

 

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