Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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"Was wird aus den Christen der heiligen Stadt Jerusalem?" - Rückblick auf das Jahresfest des Jerusalemsvereins

„Wünschet Jerusalem Glück“ – dieses Bibelzitat war das Motto des Jahresfestes des Jerusalemsvereins, das auf eine 168-jährige Tradition zurückschauen kann. Im Mittelpunkt stand in diesem  Jahr die Frage nach der Situation und der Zukunft der Christen in Jerusalem.

Oberkirchenrat Wolfgang Schmidt (Baden), der von 2012 bis 2019 Propst in Jerusalem war, riss bereits in seiner Predigt am Morgen in der Berliner St. Marienkirche das Thema "Christen in der Heiligen Stadt". Er stellte den Gott, der an der jetzigen politischen und gesellschaftlichen Situation in Jerusalem mitleidet, in den Mittelpunkt.

 

Auf dem Festnachmittag im Kaiserin-Friedrich-Haus umrahmten in diesem Jahr die deutsch-israelische Sängerin Nirit Sommerfeld, ihre Tochter Lilian (Keyboards und Gesang) und Andi Arnold (Klarinette) das Programm musikalisch: mit besinnlichen, aber auch mitreißenden Liedern. Sommerfeld, die sich aktiv für Menschen- und Bürgerrechtsfragen engagiert, steuerte auch ihre Eindrücke aus jüdisch-säkularer Perspektive bei.

Wolfgang Schmidt führte in die Situation der Christen in Jerusalem ein und präsentierte die Bandbreite christlicher Konfessionen, die in Jerusalem vertreten sind. Die Jerusalemer Ökumene böte so manche Herausforderung, aber auch viele Chancen. Er betonte, dass den vielen Pilgern und christlichen Besuchern der Heiligen Stadt nur eine sehr kleine einheimische christliche Minderheit begegne.

Im Podiumsgespräch mit dem Geschäftsführer des Vereins, Pfr. Jens Nieper, kam Bischof Ibrahim Azar als in Jerusalem lebender Christ zu Wort. Er hob den Beitrag der Christen – gerade auch der evangelisch-lutherischen Kirche – für die Gesamtgesellschaft hervor. Damit die palästinensischen Christen in Jerusalem aber eine Zukunft hätten, rief er zur Unterstützung und Begleitung aus dem Ausland auf.

„Ausbilden um zu bleiben“ war das Leitwort, an dem sich der Vortrag von Matthias Wolf, dem Schulleiter von Talitha Kumi, orientierte. Er ging damit auf die Frage ein, ob die Bildungsarbeit in Palästina nicht zur Auswanderung beitrage. Wolf hob hervor, dass die Schule nicht bestimmen könne, wohin der weitere Lebensweg der jungen Menschen nach dem Schulabschluss führe. Aber die Schule bemühe sich, den jungen Menschen das Wissen und die Fertigkeiten beizubringen, mit denen sie ihre Gesellschaft wie auch ihr individuelles Leben gestalten und entwickeln können.

Ein schöner musikalischer Abschluss des Jahresfestes war das jüdische Lied „Ose Shalom“. Nirit Sommerfeld hatte es umgedichtet: – es wird nun nicht mehr nur für Frieden für Israel gebeten, sondern für Frieden für die ganze Welt. Darin konnte der ganze Saal freudig einstimmen.

Jens Nieper, Geschäftsführer des...

Jens Nieper, Geschäftsführer des Jerusalemsvereins, führt ein Interview mit Bischof Sani Ibrahim Azar (ELCJHL) zur Situation der Christen in Jerusalem.

 

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