Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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Beirut: Menschen ins Gebet aufnehmen

„Wir sind geschockt und tief berührt von den Berichten, die uns aus Beirut erreichen“, sagt Dr. Christof Theilemann, Direktor des Berliner Missionswerkes, in einer Stellungnahme zu den verheerenden Explosionen dort. „In Gedanken und im Gebet sind wir bei den Menschen in Beirut. Bei denen, die um getötete Familienmitglieder trauern, bei den Verletzten und bei denen, die ihr Zuhause verloren haben.“

Am Morgen hatte Bischof Ibrahim Azar aus Jerusalem von den unvorstellbaren Zerstörungen in der libanesischen Hauptstadt berichtet: „Die Wucht der Explosionen war so groß, dass man sie sogar auf Zypern und in Griechenland spüren konnte. Krankenhäuser sind zerstört und haben keinen Strom mehr. Die Verletzten können nicht ausreichend versorgt werden. Mit der Zerstörung des Hafens fällt zudem ein wichtiger Infrastrukturknotenpunkt zur Versorgung des Landes weg.“

Noch immer könne das ganze Ausmaß der schrecklichen Tragödie nicht übersehen werden. „Das Gebiet um den Hafen ist dem Erdboden gleichgemacht, Autos wurden weggeschleudert und Gebäude in die Luft gesprengt. Wie viele Menschenleben zu beklagen sind, ist noch immer nicht bekannt“, sagte der Bischof der Ev. Kirche von Jordanien und dem Heiligen Land (ELCJHL). Zurzeit gehe man vor Ort von weit mehr als 100 Toten aus; mehr als 4000 Menschen seien verletzt und Hunderte noch vermisst

Viele PfarrerInnen der ELCJHL haben in den vergangenen Jahren die Theologische Fakultät in Beirut besucht. Auch Azars Tochter Sally hat dort Theologie studiert. Zudem arbeitet die Partnerkirche des Berliner Missionswerkes mit einer Reihe christlicher Partner im Libanon zusammen. Azar: „Bis jetzt wissen wir von keinen Opfern in diesen Gemeinden, aber einige ihrer Gebäude wurden erheblich beschädigt. Und natürlich hatte die libanesische Nation in den letzten Wochen sehr mit den wirtschaftlichen und gesundheitlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie und mit politischen Unruhen zu kämpfen. Wir beten für Beirut!“

Am kommenden Sonntag, 9. August, werde in den Gottesdiensten aller Gemeinden seiner Kirche der Opfer gedacht werden. Auch Spendenaktionen seien geplant, um die betroffenen Gemeinde im Libanon zu unterstützen.

Die verheerenden Explosionen in Beirut haben ein Land getroffen, das schon zuvor am Rande des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kollaps´ stand. Seit Monaten befindet sich der Libanon in einer bedrohlichen Wirtschafts- und Finanzkrise; er hatte sich im März für  zahlungsunfähig erklärt. Beinahe zeitgleich legten die strikten Corona-Beschränkungen die Wirtschaft fast vollkommen lahm. Immer mehr Libanesen drohen in Armut abzurutschen, rund 45 Prozent leben laut UN-Schätzungen bereits unterhalb der Armutsgrenze. Zudem ist das Land stark von Importen abhängig, ca. 85 Prozent aller Güter, darunter auch Nahrungsmittel und Medikamente, müssen eingeführt werden.

Zugleich ist der Libanon das Land, das pro Kopf die meisten Flüchtlinge weltweit aufgenommen hat und eine Schlüsselrolle im zerbrechlichen Gefüge des Nahen Osten spielt. „Der Libanon hat in den letzten Jahren große Solidarität gezeigt. Jetzt ist es an der internationalen Gemeinschaft, Solidarität mit dem Libanon zu zeigen und bei der  Versorgung der betroffenen Menschen in Beirut zu helfen“, mahnt Direktor Dr. Christof Theilemann an. „Das Berliner Missionswerk steht an der Seite seiner Partner im Heiligen Land und bittet darum, die Menschen in Beirut ins Gebet aufzunehmen.“




Das zerstörte Beirut. (Foto: The National...

Das zerstörte Beirut. (Foto: The National Evangelical Church of Beirut)

 

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