Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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Freiwilligenprogramm: Alles anders in 2020

17 junge Frauen und Männer bereiten sich ab Freitag fünf Tage lang im Berliner Missionswerk auf ihre Freiwilligen-Entsendung vor. Wie viele von ihnen tatsächlich ausreisen werden, ist ungewiss - wie so vieles in diesen von Corona geprägten Zeiten. „Immerhin steht nun fest, dass wir im Herbst innerhalb Europas sowie nach China und Taiwan entsenden wollen“, sagt Sabine Klingert, Leiterin des Ökumenischen Freiwilligenprogramms des Werkes. Sie versucht, die positiven Seiten zu sehen, setzt jedoch hinzu: „Letztlich auch dies natürlich noch mit Fragezeichen.“

China, England, Italien, Rumänien, Schweden, Taiwan: In diese sechs Länder wird das Berliner Missionswerk ab September insgesamt acht junge Freiwillige entsenden. Zwei der ursprünglichen Ziel-Länder wurden bereits vor Wochen von der Liste „gestrichen“: Nach Tansania und Südafrika werden 2020 keine Ökumenischen Freiwilligen ausreisen können. Bitter für die jungen Leute, die bereits im November des vergangenen Jahres den Zuschlag erhalten hatten und sich einige Monate lang auf den einjährigen Aufenthalt dort freuen konnten.

 

„Aber eine Ausreise in diese beiden Länder hätten wir nicht verantworten können. Auch die dortigen Partner haben uns von einer Entsendung abgeraten“, so Sabine Klingert. „Dafür hatten auch die betroffenen Freiwilligen Verständnis.“ Die Ausreise in andere nichteuropäische Länder ist noch offen: Ob Indien oder Uganda, Palästina oder Kuba - die Zahl der Corona-Infizierten steigt dort weiter bzw. wieder an; die Situation ist zum Teil unübersichtlich. So haben einige der ursprünglich 27 ausgewählten Freiwilligen selbst einen Rückzieher gemacht; andere hoffen noch.

 

Ähnlich sieht es auch im sogenannten „Inwärts-Programm“ aus: Während Freiwillige über die „Nord-Nord-Schiene“ wie geplant nach Deutschland kommen werden (aus Schweden und Taiwan), wurde die nächste Einreise aus dem globalen Süden auf April 2021 verschoben. Das betrifft Inwärts-Freiwillige aus Indien, Kenia, Südafrika und Tansania.

 

Die Situation bleibt also schwierig. „Die meisten anderen Werke und Organisationen haben eine Freiwilligen-Entsendung für 2020/21 komplett gestrichen“, betont Klingert. „Wir tun jedoch alles, um so viele Freiwillige wie möglich entsenden zu können.“

 

Klingert weiter: „Nun sehen wir erst mal dem fünftägigen Vorbereitungskurs und dem Segnungsgottesdienst am Sonntag entgegen.“ Auch der Gottesdienst ist in seiner neuen Form der Corona-Situation geschuldet: Während in früheren Jahren die Freiwilligen in ihren Heimatgemeinden in die jeweilige Einsatzstelle entsandt wurden, wird es nun einen gemeinsamen Gottesdienst für alle 17 jungen Leute geben – mit dem Segen für das nun anstehende Jahr. Ob dieses eine Ausreise und den ersehnten ökumenischen Einsatz bringen wird, das bleibt weiterhin eine spannende Frage.

 

Das Ökumenische Freiwilligenprogramm des Berliner Missionswerkes begeht in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Statt der ursprünglich geplanten großen Jubiläumsfeier im Juni fand eine Videokonferenz mit rund 100 Teilnehmenden statt.

Sabine Klingert ist Referentin für das...

Sabine Klingert ist Referentin für das Freiwilligenprogramm des Berliner Missionswerkes.

Sabine Klingert ist Referentin für das...

2020 plant das Berliner Missionswerk die Entsendung von 17 Freiwilligen im Spätsommer/Frühherbst. Foto: Vier Freiwillige 2019 in Palästina.

 

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