Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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Äthiopien: „Gewalt sofort beenden!“

Eine sofortige Beendigung der Gewalt in Äthiopien und sofortigen Zugang für humanitäre Hilfsgüter: Das fordert die Organisation „Religions for Peace“. „Die Situation wird immer katastrophaler, da Millionen von Menschen ohne Nahrung, Wasser, Unterkunft und Medizin sind“, so die Schilderung der Lage vor Ort.  Der Krieg in Tigray, einer nördlichen Region in Äthiopien, der am 4. November 2020 ausbrach, um „Recht und Ordnung wieder herzustellen“, hat von Beginn an die ganze Region umfasst. Bisher liegen weder von der äthiopisch-orthodoxen Kirche noch von unserer Partnerkirche Mekane Yesus Stellungnahmen zum Krieg in Tigray vor. Nur „Religions for Peace“ und andere regionale Bündnisse wagen, die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

Nach jüngsten Schätzungen der Oppositionsparteien in Tigray wurden mehr als 50.000 Menschen ermordet, mehrere Massaker von allen Kriegsparteien begangen und Tausende von Frauen vergewaltigt. Vor allem Soldaten der äthiopischen Regierung, eritreische Söldner wie auch Truppen aus der an Tigray angrenzenden Region Amhara und aus dem Sudan haben unvorstellbares Leid über die Bevölkerung in Tigray gebracht. In der Region gibt es insgesamt mehr als zwei Millionen Menschen Binnenvertriebene, zudem haben über 60.000 Menschen Zuflucht im Sudan gefunden. Der Zugang in das Gebiet ist nach wie vor für Journalisten kaum möglich, auch humanitäre Hilfe wird massiv behindert. Nachrichten dringen nur schwer nach außen. Amnesty International hat ein Massaker in Axum, an einem der für orthodoxe Christinnen und Christen heiligen Ort, dokumentiert.
 
Daneben werden auch aus anderen Teilen des Landes Vertreibungen und Tötungen gemeldet. In Oromia haben am vergangenen Wochenende führende PolitikerInnen ihren mehr als 40 Tage dauernden Hungerstreik abgebrochen, mit dem sie auf ihre Gefangennahme und die Haftbedingungen aufmerksam machen wollten. An den bevorstehenden landesweiten Wahlen im Mai/ Juni diesen Jahres werden sie kaum teilnehmen können. Der Beirat „Horn von Afrika“ des Berliner Missionswerks hatte jüngst dazu eine Erklärung veröffentlicht.
 
Bisher gab es weder von der äthiopisch-orthodoxen Kirche - deren Klöster teilweise zerstört und geplündert wurden - noch von unserer Partnerkirche Mekane Yesus irgendeine Stellungnahme zu dem Krieg in Tigray. Eine Ausnahme macht Religions for Peace, eine weltweite Bewegung, die mit über 90 nationalen und sechs regionalen interreligiösen Räten den Einfluss und die Ressourcen aller Glaubenstraditionen zusammenbringt. In ihrer jüngsten Deklaration vom 9. März fordert sie alle Konfliktparteien in Tigray auf, den regionalen Krieg zu beenden:
 
Hier die Deklaration in deutscher Übersetzung:
 
Religions for Peace drückt seine tiefe Besorgnis über die Schilderungen über zunehmende Gewalt in Tigray, speziell in der heiligen Stadt Axum, aus.
 
Obwohl die Details unklar sind, wird die Situation für viele Menschen immer katastrophaler, da Millionen von Menschen ohne Nahrung, Wasser, Unterkunft und Medizin sind. Im Namen aller regionalen und nationalen Organisationen ruft Religions for Peace International dazu auf:
 

  • Für eine sofortige Beendigung der Gewalt von allen Parteien und Beteiligten in der Region Tigray und im ganzen Land
  • Sofortigen Zugang für humanitäre Hilfe
  • Barmherzige Antworten auf alle Konfliktparteien, die eine Politik der Eliminierung vermeiden,
  • An alle Menschen guten Glaubens und guten Willens, Frieden und Dialog im Land zu unterstützen, soweit dies möglich ist

 
Religionen für den Frieden International, der African Council of Religious Leaders und unsere nationale Mitgliedsorganisation in Äthiopien haben sich verpflichtet, die multireligiöse Fürsprache und Aktion für Dialog, Frieden und Sicherheit zu intensivieren.

 

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