Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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Äthiopien: „Humanitäres Desaster“

Als im November 2020 der Krieg im Norden Äthiopiens ausbrach, versprach Präsident Abiy Achmed ein schnelles Ende der Kämpfe, um – wie es häufig heißt, wenn staatliche Gewalt legitimiert werden soll – „Ordnung und Sicherheit“ wieder herzustellen. Nun tobt der Krieg seit über einem halben Jahr – und hat ein humanitäres Desaster verursacht. Nahrungsmittel werden von Soldaten konfisziert, Lieferungen von Hilfsorganisationen werden blockiert. Millionen Flüchtlinge sind unterwegs, auch im Nachbarland Sudan.

Die Europäische Union kommentierte jüngst, „dass die humanitäre Situation in der äthiopischen Region Tigray schlimmer ist als je zuvor seit Beginn des Konflikts im November“. 5,2 Millionen Menschen benötigen "Nahrungsmittelnothilfe, um eine Hungersnot zu vermeiden". Und weiter: "Die Blockade von humanitärer Hilfe als Kriegswaffe ist ein schwerer Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht". Ärzte ohne Grenzen dokumentieren vor Ort, dass kaum ein Krankenhaus noch arbeiten kann, weil auch medizinische Einrichtungen geplündert und zerstört werden.

Eine interreligiöse Gruppe, zu der unter anderem die katholische Kirche gehört, meldet: "Reliquien wurden gestohlen, Gegenstände des Gottesdienstes wurden verbrannt, Habseligkeiten von Gläubigen wurden geschändet.“ Abuna Mathias, der Patriarch der großen Orthodoxen Äthiopischen Kirche (deren Klöster nicht verschont werden) hat unlängst aus seinem Hausarrest in Addis Abeba heraus zum ersten Mal die Grausamkeiten angeklagt und den äthiopischen Regierungstruppen und ihren Verbündeten vorgeworfen, in der vom Krieg zerrissenen Nordprovinz Tigray einen Völkermord zu begehen.

Die Wahlen, die im Juni stattfinden sollten, wurden wieder verschoben. Viele Oppositionelle, darunter die Führungen der Oromo-Parteien, sitzen im Gefängnis. Da Abiy Achmed sein Amt von dem zurückgetretenen Vorgänger vor drei Jahren übernahm, ist er bis heute nicht demokratisch legitimiert. Das von ihm und seiner „Prosperity Party“ propagierte politische Konzept, das Land mit seinen vielen Ethnien zu einen, ist fehlgeschlagen und hat sich in sein Gegenteil verkehrt. Viele Kirchen - darunter auch Mekane Yesus, Partnerkirche des Berliner Missionswerkes - wagen seit Ausbruch des Krieges keine öffentlichen Statements mehr.


Einer unserer Partner aus Addis Abeba berichtet von den vielen ethnischen Konflikten im ganzen Land. Sie schwelen seit Jahren und brechen nun immer weiter auf: „In der Amhara-Region werden zurzeit sowohl Amharas als auch Oromos vertrieben. Zehntausende Binnenvertriebene suchen in der Benshangul Region eine Unterkunft; Amhara, Oromo als auch verschiedene ethnischen Gruppen der Benshangul Gumuz. In der Region Wolega werden immer noch Menschen ermordet, sowohl Amharas als auch Oromos. Im Süden wurde das Volk der Amaro Kile von einer Gruppe namens Shene angegriffen und viele Menschen ermordert. Der Konflikt zwischen den äthiopischen Somaliern und dem Afar-Volk hat ebenfalls vielen Menschen das Leben gekostet, viele wurden aus ihrer Heimat vertrieben. Diese Woche wurde berichtet, dass es auch in den Gebieten Jima und Ambo Tote gab. Es gibt viele weitere solcher Augenzeugenberichte; viele davon wurden jüngst von verschiedenen Synodenpräsidenten auf einer Tagung der Kirchenleitung vorgebracht.”

 
Bitte bedenken Sie die Menschen in Äthiopien in dieser ausgesprochen schwierigen Situation mit einer Spende und unterstützen Sie unsere äthiopischen Partnerkirche Mekane Yesus, sodass sie ihre Programme und Projekte weiterführen kann!

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Die Menschen Äthiopiens brauchen unsere...

Die Menschen Äthiopiens brauchen unsere Unterstützung! (Foto: Martin Frank)

 

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