Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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Situation in Gaza: Kirchenführer fordern gewaltfreie Konfliktlösung

Die Patriarchen, Bischöfe und Oberhäupter der christlichen Kirchen in Jerusalem setzen sich in einer gemeinsamen Erklärung für ein Ende des Blutvergießens im Gaza-Konflikt ein. Die internationale Gemeinschaft wird darin aufgerufen, sofort friedensstiftend zu intervenieren.

Erklärung der Patriarchen und Oberhäupter der Kirchen in Jerusalem

 

Zur gegenwärtigen verheerenden Situation in Gaza

 

Wir, die Patriarchen, Bischöfe und Oberhäupter der christlichen Kirchen in Jerusalem, verfolgen mit tiefer Besorgnis, Trauer und unter Schock den Krieg, der derzeit im Gazastreifen wütet und die daraus folgende Zerstörung, Ermordung und Blutvergießen, besonders zu der Zeit, in der wir Weihnachten feiern, die Geburt des Königs der Liebe und des Friedens. So wie wir unsere tiefe Sorge ausdrücken über den erneuten Kreislauf von Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern und über die andauernde Abwesenheit von Frieden in unserem Heiligen Land, so verurteilen wir die fortgesetzten Feindseligkeiten im Gazastreifen und alle Formen von Gewalt und Tötungen von allen Seiten. Wir glauben, dass die Fortsetzung dieses Blutvergießens und dieser Gewalt nicht zu Frieden und Gerechtigkeit führen wird, sondern zu mehr Hass und Feindseligkeit – und dies wird die Konfrontation zwischen den beiden Völkern fortsetzen.

 

Demzufolge rufen wir alle Verantwortlichen von beiden Konfliktpartien auf, zur Besinnung zu kommen und von allen Gewaltakten abzusehen, die nur Zerstörung und Leiden bringen. Wir flehen sie stattdessen an, ihre Differenzen durch friedvolle und gewaltfreie Mittel zu lösen.

 

Ebenso rufen wir die internationale Gemeinschaft auf, ihrer Verantwortlichkeit nachzukommen und sofort zu intervenieren und aktiv das Blutvergießen und alle Formen der Konfrontation zu beenden. Sie sollte mit allem Nachdruck daran arbeiten, der fortwährenden Konfrontation ein Ende zu setzen und alle Gründe für den Konflikt zurücknehmen und endlich den israelisch-palästinensischen Konflikt lösen durch eine gerechte und umfassende Lösung, die auf internationalen Resolutionen gründet.

 

Den verschiedenen palästinensischen Gruppierungen sagen wir: Es ist Zeit, eure Spaltungen zu beenden und eure Differenzen zu begraben. Wir rufen in diesen besonderen Zeiten alle Gruppierungen auf, die Interessen des palästinensischen Volkes über die persönlichen und Gruppeninteressen zu stellen und sich sofort auf eine nationale umfassende Versöhnung hin zu bewegen und alle gewaltfreien Mittel zu nutzen, um einen gerechten und umfassenden Frieden in der Region zu erreichen.

 

Schließlich richten wir unsere Gebete an das Kind in der Krippe, um die Verantwortlichen und Entscheidungsträger auf beiden Seiten - die Israelis und die Palästinenser - zu inspirieren, sofort zu handeln, um die gegenwärtige tragische Situation im Gazastreifen zu beenden. Wir beten für die Opfer, die Verwundeten und für die, die gebrochenen Herzens sind. Möge der allmächtige Gott alle, die geliebte Menschen verloren haben, mit Trost und Geduld stärken. Wir beten für alle, die in Schrecken und Furcht leben, dass Gott sie mit Ruhe, Sanftmut und wahrem Frieden segnen möge.

 

Wir rufen alle auf, den nächsten Sonntag, den 4. Januar, als einen Tag für Gerechtigkeit und Frieden im Land des Friedens zu begehen.

 

+ Patriarch Theophilos III, Griechisch-orthodoxer Patriarch

+ Patriarch Fuad Twal, Römisch-katholischer Patriarch

+ Patriarch Torkom II, Armenisch-apostolisch-orthodoxer Patriarch

Fr. Pier Battista Pizzaballa, ofm, Kustodie des Heiligen Landes

+ Anba Abraham, Koptisch-orthodoxer Patriarch

+ Erzbischof Swerios Malki Mourad, Syrisch-orthodoxer Patriarch

+ Abune Matthias, Äthiopisch-orthodoxer Patriarch

+ Erzbischof Paul Nabil Sayyah, Maronitisch-patriarchalisches Exarchat

+ Bischof Suheil Dawani, Episkopale Kirche von Jerusalem und dem Mittleren Osten

+ Bischof Munib Younan, Evangelisch-lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land

+ Bischof Pierre Malki, Syrisch-katholisch-patriarchalisches Exarchat

+ Bischof Youssef Zre’i, Griechisch-katholisch-patriarchalisches Exarchat

Fr. Raphael Minassian, Armenisch-katholisch-patriarchalisches Exarchat

 

(nicht autorisierte Übersetzung: Dr. Wolfgang Wittrock)

 

 

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