Moschee am Columbiadamm, Foto: Gabriele Kantel (cc-by-nc)

Veranstaltungen zum interreligiösen Dialog

 

Mittwoch, 19. Februar 2020, 19.30 Uhr

„Wenn der Geist sich radikalisiert“: Wurzeln des Fundamentalismus – Annäherungen an ein Phänomen in Religion und Politik (Reihe: „Religion – Politik – Spiritualität“). Ort: Urania, An der Urania 17, Berlin-Schöneberg (Bus: M19, 106,187 von U-Nollendorfplatz)

In allen Weltreligionen und auch in Politik und Gesellschaft spürt man, wie Radikalisierungen und damit einseitige und vorschnelle Be- und Verurteilungen zunehmen. Im Zeitalter einer sich schnell verändernden Gesellschaft sind einfache und radikale Antworten zur Orientierung gefragt. Dabei ist auffallend, dass der Vorwurf, jemand sei „fundamentalistisch“ gerne angewandt wird, um einem unliebsame Überzeugungen abzuqualifizieren. Dieser Abend widmet sich dem vielschichtigen Phänomen „Fundamentalismus“ und seinen Hintergründen und fragt danach, wie in der heutigen Risiko- und Informationsgesellschaft Orientierung gelingen könnte.

Referent und Gesprächspartner: Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den interreligiösen Dialog (EKBO)

Veranstalter: Eine Veranstaltungsreihe der Urania Berlin e. V. in Zusammenarbeit mit dem Berliner Missionswerk/ dem Ökumenisches Zentrum und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ), Berlin. Eintritt: 9,50 €, ermäßigt 8,00 €, Urania-Mitglieder 5,50 €, Schüler und Studenten 4,50 €.

 

Sonntag, 23. Februar 2020, 10 Uhr (Gottesdienst)

Gottesdienst im Rahmen des 168. Jahresfestes des Jerusalemsvereins, „Seht, wir geh´n hinauf nach Jerusalem – Bilder der Hoffnung und der Erlösung“ (Ps. 87). Ort: Sophienkirche, Große Hamburger Str. 30, 10115 Berlin-Mitte

Jerusalem – Zion – viele Hoffnungsbilder ranken sich um die dreifach Heilige Stadt – Juden, Christen und Muslimen ist sie so bedeutsam.
Krieg und Frieden, Liebe und Hass prallen hier aufeinander – und die Hoffnung auf endgültige Erlösung, auf das himmlische Jerusalem. Bilder der Endzeit, aber auch die Vision der vereinten Völker, die alle zum Zion pilgern. Wir fragen nach unseren eigenen Hoffnungsbildern, unseren Träumen, unserem Glauben, was uns tröstet und bewegt.

  • Liturgie: Pfarrerin Dr. Christine Schlund
  • Predigt: Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den Interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Vorstandsmitglied des Jerusalemsvereins, seit fast 30 Jahren im Nahen und Mittleren Osten unterwegs, u.a. Studienaufenthalte in Beirut und Jerusalem, zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themenbereichen interreligiöser Dialog, Nah-Ost-Konflikt und Spiritualität
  • Musik: Kinderchor „Nachtigallen", Leitung von Julia Hedtfeld und Maximilian Schnaus (Orgel)


Der Jerusalemsverein
Der Jerusalemsverein wurde 1852 in Berlin als Förderverein für evangelische Institutionen im Heiligen Land gegründet. Seine Aufgabe sah und sieht er bis heute darin, evangelische Gemeinden, Schulen und diakonische Einrichtungen zu unterstützen und zu unterhalten. Dazu gehörten auch die 1851 von Kaiserswerther Diakonissen gegründete Schule Talitha Kumi und das Marienhospital in Jerusalem. 1959 ging aus der Arbeit des Jerusalemsvereins die eigenständige arabische Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land (ELCJHL) mit Sitz in Jerusalem hervor. Der Jerusalemsverein (seit 1975 im Berliner Missionswerk) versteht sich als Interessenvertreter für arabische Christen. Eines seiner Hauptanliegen ist die Unterstützung von Bemühungen um mehr Verständnis zwischen Palästinensern und Israelis als Schritt zu einem gerechten und dauerhaften Frieden. Der Verein unterstützt evangelische Schulen und Gemeinden im Heiligen Land und vermittelt seit gut 40 Jahren Schulpatenschaften: www.jerusalemsverein.de

Die Evangelischen Schulen im Heiligen Land
Es gibt vier evangelische Schulen in Palästina, die bekannteste ist Talitha Kumi in Beit Jala. Träger der Schule ist das Berliner Missionswerk. Die anderen drei Schulen sind in Ramallah, Beit Sahour und Bethlehem und werden von der arabischen Partnerkirche ELCJHL getragen. Friedens- und Umwelterziehung, die Vermittlung von Toleranz und Respekt unter Angehörigen der verschiedenen Konfessionen und Religionen und die Förderung von Mädchen und Jungen zu selbstbewussten, selbstbestimmten Persönlichkeiten ist das Ziel der pädagogischen Bemühungen. Christliche und muslimische Schülerinnen und Schüler besuchen gemeinsam die Schule. Der Anteil der Christen beträgt ungefähr 60 Prozent, Muslime stellen etwa 40 Prozent der Schülerschaft.

Veranstalter: Gemeinde am Weinberg mit dem Jerusalemsverein im Berliner Missionswerk

 

Dienstag, 3. März 2020, 19.30 Uhr

Reihe: „Religion – Politik – Spiritualität“: Antisemitismus ohne Antisemiten? - Antisemitismus im Rechtspopulismus, Ort: Urania, An der Urania 17, Berlin-Schöneberg (Bus: M19, 106,187 von U-Nollendorfplatz)

Die „Süddeutsche Zeitung“ meldete am 13. Januar, dass Pegida München an einem Freitag zum Schabbat auf dem Platz vor der Münchener Synagoge (Jakobsplatz) eine Kundgebung „gegen jüdische Religionsgesetze“ angemeldet habe. Selten zuvor haben sich Rechtspopulisten so eindeutig und unmissverständlich gegen das Judentum positioniert. Oberflächlich gesehen grenzen sie sich vom Antisemitismus ab. Stattdessen machen sie ausschließlich Muslime für den Judenhass verantwortlich und scheuen auch nicht davor zurück, dafür auch Juden zu instrumentalisieren. Gleichzeitig werden Angriffe aus der Mehrheitsgesellschaft gegen Juden bagatellisiert: So wurde dem Anschlag von Halle der antisemitische Charakter abgesprochen. Welche Gefahren gehen vom Rechtspopulismus für das jüdische Leben in der Bundesrepublik aus? Wie kann dem begegnet werden, insbesondere nach dem Anschlag von Halle am vergangenen Jom Kippur? Vor welchen Herausforderungen steht die Zivilgesellschaft?

  • Referent und Gesprächspartner: Sigmount A. Königsberg, Beauftragter gegen Antisemitismus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin
  • Moderation: Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den interreligiösen Dialog (EKBO)


Veranstalter: Eine Veranstaltungsreihe der Urania Berlin e. V. in Zusammenarbeit mit dem Berliner Missionswerk/ dem Ökumenisches Zentrum und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ), Berlin. Eintritt: 9,50 €, ermäßigt 8,00 €, Urania-Mitglieder 5,50 €, Schüler und Studenten 4,50 €.



Sonntag, 8. März 2020, 10 Uhr

Gottesdienst zur Eröffnung der „Woche der Brüderlichkeit“: „Tu deinen Mund auf für die Anderen?“ (Sprüche 31,8). Ort: Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Breitscheidplatz 1, 10789 Berlin

  • Predigt: Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein, Berlin
  • Liturgie: Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)
  • Musik: Kantorin Aviv Weinberg, Jüdische Kantorin (Gesang), Albrecht Guendel-vom Hofe (Klavier)


Sich einsetzen für andere, gegen Missstände aufstehen, sich dem Unrecht widersetzen und für die Schwächeren einsetzen – woher nehmen wir die Ressourcen? Denn das erfordert auch leibhaftig Energie: Wi(e)dersetzen kann sich nur, wer vorher aufgestanden ist. Und: Woher nehmen wir dafür die Maßstäbe, die Orientierung? Wir brauchen Ermutigung und Ausbildung zur Zivilcourage. Im Namen Gottes, der für Erbarmen und Recht steht.

Veranstalter: Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, Berlin in Kooperation mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Berlin


Weltweite Partner

Weltweite Partner

Das Berliner Missionswerk hält die Verbindung zu über 20 Partnerkirchen und christlichen Organisationen weltweit. In folgenden Ländern sind wir aktiv:


Ansprechpartner

Dr. Andreas Goetze
Landeskirchlicher Pfarrer
für den interreligiösen Dialog
Tel +49 (0)30 · 2 43 44-167
a.goetze @ bmw.ekbo.de