Moschee am Columbiadamm, Foto: Gabriele Kantel (cc-by-nc)

Veranstaltungen zum interreligiösen Dialog

 

Freitag, 16. August, 19.30 Uhr


"Heilige Räume – wo wohnt eigentlich Gott?“ (im Rahmen des „theologischen Salons“ in Rädigke). Ort: 14823 Rabenstein/Fläming, OT Rädigke, Hauptstr. 40 (Fläming-Bibliothekssaal im Gasthof Moritz). Referent: Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), zahlreiche Veröffentlichungen zu den Themenbereichen interreligiöser Dialog, Nah-Ost-Konflikt und Spiritualität.
  
„Gott wohnt im Himmel“, sagt der Volksmund. Mancher meint: Da könne er auch bleiben. Hat Gott denn überhaupt einen Wohnort? Im Tempel? In einer Kirche? In Mekka, im Rom oder Jerusalem? Braucht Gott überhaupt einen festen Ort? Wenn er denn ist - Ist er nicht überall an alle Orten? Und er zeltet hier und da?

Nach evangelischem Verständnis gibt keine besonderen sakralen, heiligen Räume. Also auch keinen festen Ort, wo Gott wohnt. Alles ist im selben Maße heilig wie profan. Gott ist nicht im Tempel, in einem besonderen Raum zu finden, sondern dort, „wo Güte und Liebe wohnt, da ist Gott“.

Manche sagen aber auch: Glaube braucht Raum. Es ist nicht gleichgültig, wo wir uns aufhalten. Orte prägen uns. Das gilt gerade in einer schnelllebigen, technokratischen und ökonomischen Welt, in der so viele Menschen ortlos, heimatlos geworden sind. Heilige Orte sind Orte, die sich etwas aus uns machen, die uns daran erinnern, dass unser Leben mehr ist als zweckbestimmt zu funktionieren, die über den Augenblick, ja sogar über unser begrenztes Leben hinausweisen. Sie sind Schutzräume für die Seele. Und sie werden Kraftorte, indem Menschen sie heiligen mit ihren Tränen und mit ihrem Jubel.

Veranstalter: Kirchenkreis Rädigke-Belzig

 

Sonntag, 25. August, 11 Uhr

Musikalischer Gottesdienst zum „Israel-Sonntag“
„Wohl dem Volk, dessen Gott der Herr ist, das er zum Erbe erwählt hat“ (Psalm 33,12)
Ort: Gethsemane-Kirche, Stargarder Str. 77, 10437 Berlin (S+U-Bhf. Schönhauser Allee, Tram M1, 12), Gestaltung: Pfarrerin Almut Bellmann, Vikarin Yvonne Maßors und Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO), Musik: Shalom-Chor Berlin, Leitung: Kantor Assaf Levitin


Während jahrhundertelang die Themen „Tempelzerstörung“ und „Jesus weint über Jerusalem“ (Lk. 19,41-48) im Zentrum des Gottesdienstes standen und zunehmend antijüdisch ausgelegt wurden, haben das tiefe Erschrecken über die Schuld und Abgründe insbesondere während des Nationalsozialismus nach 1945 zu einer Neubesinnung innerhalb der Kirche geführt: Christinnen und Christen begannen neu über die Grundlagen ihres Glaubens nachzudenken und die Verwurzelung in der jüdischen Tradition wiederzuentdecken. Wir gehen gemeinsam auf Spuren suche und fragen, inwiefern der ungekündigte Bund Gottes mit seinem Volk Israel auch Grund für die eigene Hoffnung auf Gottes Treue und Liebe sein kann.

Veranstalter: Evang. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg- Nord

Dienstag, 27. August, 18 Uhr

„Misstraut den Grünanlagen" – Jüdische Frauengeschichten in Berlin - eine Stadtführung
Treffpunkt: Vor dem Hotel „Alexander Plaza“, Rosenstraße 1 (S/U- Bahn Hackescher Markt, von da ca. 5 Minuten Fußweg)

Beginnend mit den Fundamenten der 1714 eingeweihten ersten Synagoge in der Heidereutergasse werden auf diesem ca. zweieinhalbstündigen Rundgang verschiedene Orte jüdischen Lebens in der Mitte Berlins besucht und ein Panorama jüdischer Frauen beleuchtet. Wie fast überall in der Welt ist auch in Berlin Geschichte meist von Männern geschrieben worden. Doch in Politik, Kultur, Religion oder Architektur haben gerade auch Frauen aus der jüdischen Gemeinde die Stadt geprägt. An ausgewählten Orten, die oft heute nichts mehr sichtbar werden lassen, kommen ihr Leben und die damit verbundenen Schicksale in der Zeit des Nationalsozialismus in den Blick. Reflexionen über das „Wie“ des Erinnerns stellen dabei einen wichtigen Baustein des Konzepts dieses Rundganges dar.

Führung mit Dr. Dagmar Pruin, Geschäftsführerin Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Direktorin Germany Close Up-Programm; Informationen: Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für interreligiösen Dialog, Ev. Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO): a.goetze @ bmw.ekbo.de

Kostenbeitrag: 5 Euro, Studierende 2 Euro

Veranstalter: Berliner Missionswerk/Ökumenisches Zentrum in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Berlin und Aktion Sühnezeichen/ Friedensdienste


Sonntag, 1. September, 14 Uhr

„Dem Unverfügbaren auf der Spur“ - ein Gottesdienst mit Gebeten aus dem reichen spirituellen Schatz jüdischer, christlicher und muslimischer Traditionen
Ort: Apostel-Paulus-Kirche, Akazien-/ Ecke Grunewaldstraße (direkt bei U-Eisenacher Straße), 10823 Berlin. Predigt: Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den Interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)
Liturgie: Pfarrerin Martina Steffen-Elis, Beauftragte für den interreligiösen Dialog im Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg. Musik: Mohamed Askari, Nay (orientalische Flöte)


Gebet ist geformte Aufmerksamkeit, Ausrichtung hin auf den einen Gott. Adonai, Gott, Allah, den Juden, Christen und Muslimen gemeinsam auf unterschiedliche Weise verehren. Gebet ist Herzensangelegenheit. Es rührt mein Innerstes. Ich komme ins Gespräch mit Gott und Gott mit mir. Jüdische, christliche und muslimische Traditionen bieten einen reichen spirituellen Schatz zum Gebet - sie können bereichern, anregen, erfüllen - unabhängig davon, ob ich das jeweilige Gebet mitbeten oder respektvoll schweigend aufnehmen möchte. Dieser Gottesdienst lädt ein, sich neugierig und offen auf den spirituellen Weg mit und zu Gott zu machen, der immer noch größer ist als ich zu denken und zu glauben wage.

Veranstalter: Apostel- Paulus-Gemeinde, Schöneberg



Dienstag, 17. September, 19.30 Uhr

Rechter Nationalismus und die offene Gesellschaft. Referent: Dr. Harald Lamprecht, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evang.-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Geschäftsführer des Evangelischen Bundes Sachsen, Moderation: Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den Interreligiösen Dialog (EKBO), Ort: Urania, An der Urania 17, Berlin-Schöneberg

In Europa erfahren rechtspopulistische Parteien eine zunehmende Resonanz. Ungarn und Polen haben rechtspopulistische Regierungen, ein Rückbau demokratischer Prinzipien kann in diesen Ländern beobachtet werden. Auch in Deutschland können seit den Wahlerfolgen der AfD ein Rechtstrend und eine zunehmende Polarisierung in der Gesellschaft beobachtet werden. Wahlerfolge rechtspopulistischer Parteien weisen auf die Krise des europäischen Projektes hin. Sie unterstreichen die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit den ideologischen Grundlagen rechtspopulistischer Bewegungen, ebenso die Aufgabe, den Zusammenhalt der durch zunehmenden religiösen und weltanschaulichen Pluralismus fragmentierten Gesellschaft zu stärken.


Veranstalter: Urania Berlin e. V. in Zusammenarbeit mit dem Berliner Missionswerk/ Ökumenisches Zentrum und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Berlin
Eintritt: 9.- Euro, für Studierende und Mitglieder der Urania und der GCJZ 4,50 Euro.

Mittwoch, 25. September, 19 Uhr

Islamische Welten – Annäherungen an das uns Unvertraute. Ort: Evangelisches Johannesstift, Schönwalder Allee 26/Haus 11a, 13587 Berlin-Hakenfelde.

Islam gleich Islamismus – diese Gleichung hat sich durch die Medien vermittelt eingenistet. Islam wird oft mit der besonderen politischen Form des Islamismus gleichgesetzt. Doch so wenig wie es „das“ Christentum und „die“ Christen gibt, gibt es „den“ Islam und „die“ Muslime. Eine differenzierte Sicht auf die „islamische Welten“ tut not. Gerade weil tief sitzenden Vorurteile und Ängste empfänglich machen für mediale Vereinfachungen und Stereotype: Wie vielfältig ist eigentlich der Islam in Deutschland? Welche spirituellen Grundlagen prägen den Glauben von Muslim*innen in all ihrer Vielfalt? Wie lassen sich die radikalen Tendenzen im islamischen Kontext einordnen? Wer sind die Salafisten und was macht sie bei einigen so attraktiv? Jenseits von Schönreden und Islamfeindlichkeit: Eine Spurensuche, dem Unvertrauten näher zu kommen.

Referent und Gesprächspartner: Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den interreligiösen Dialog (EKBO), Studium der Evang. Theologie, Nebenfächer Philosophie und Judaistik, islamwissenschaftliche Studien und Studien zum orientalischen Christentum in Jerusalem und Beirut, Vikar in Jerusalem, Geistlicher Begleiter, Konventsmitglied der Evangelischen Geschwisterschaft e.V., seit mehr als 25 Jahren im Nahen und Mittleren Osten als Reiseleiter unterwegs

Veranstalter: Schwestern- und Brüderschaft des Evangelischen Johannesstifts e.V.

Samstag, 28. September 2019, 9.30 bis ca. 16.30 Uhr

Pilgertag in der Lausitz für Frauen und Männer: „Ja, ich lasse einen Engel vor euch hergehen, der soll euch auf dem Weg beschützen“ (2. Mose 2,23). Start: 03053 Cottbus/OT Willmersdorf, Dorfkirche,  Dorfstraße/Ecke Friedhofsweg, Nähe Bahnhof Willmersdorf


Wir laden Sie ein, mit uns zusammen einen Tag des Pilgerns, der Naturerfahrungen, der inneren Einkehr und des Austausches zu erleben. Pilgern heißt: aufbrechen aus dem gewohnten Alltag, sich miteinander auf den Weg machen, das Leben um uns mit allen Sinnen wahrnehmen, hören, singen, beten, schweigen, sich austauschen und so Gottes Gegenwart im eigenen Leben entdecken.
Am Vortag von „Michaelis“ werden wir uns mit Engelgeschichten aus der biblischen Tradition auf den Weg machen. Auch die Begegnung beim gemeinsamen Essen wird uns an diesem Tag stärken. Verpflegung: Jede*r Teilnehmer*in versorgt sich selbst mit Essen und Getränken. Schön wäre es, wenn jede*r eine Kleinigkeit zum Teilen mit-bringt.
 
Kosten: Keine

Es freuen sich auf Sie: Elke Kirchner-Goetze, Studienleiterin für Frauenarbeit im AKD, Geistliche Begleiterin, und Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Geistlicher Begleiter

Infos und Anmeldung: akd-ekbo.de

 

Dienstag, 1. Oktober, 19.30 Uhr

„Toleranz statt Wahrheit?" Referent und Gesprächspartner: Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den interreligiösen Dialog (EKBO), Ort: Urania, An der Urania 17, Berlin-Schöneberg

Der Begriff „Toleranz“ ist komplex und umstritten. Er wird oft missverstanden bzw. auf unterschiedliche Weisen verwendet. Was ist gemeint? Gönnerhafte Duldung? Respekt? Anerkennung? Gerade im interreligiösen Dialog stellt sich die Frage: Sind Religiöse nicht von vornherein intolerant? Wie passen Wahrheitsanspruch und Toleranz zusammen? Und was ist gar, wenn weltanschauliche und religiöse Wahrheitsansprüche aufeinanderprallen? Welche Alternativen gibt es „jenseits von Absolutheitsdenken und Beliebigkeit“?


Veranstalter: Urania Berlin e. V. in Zusammenarbeit mit dem Berliner Missionswerk/ Ökumenisches Zentrum und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Berlin
Eintritt: 9.- Euro, für Studierende und Mitglieder der Urania und der GCJZ 4,50 Euro.



Donnerstag, 17. Oktober, 18 Uhr

„Dem Rad in die Speichen fallen“. Dietrich Bonhoeffer, der Theologe des Widerstandes– ein besonderer Stadtrundgang. Mit Ralf Herold, Diplom-Theologe, MA in Erwachsenenbildung, Berlin und Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)Treffpunkt: Eingang zur Staatsbibliothek II, Potsdamer Straße 33 (schräg gegenüber der Neuen Nationalgalerie)

Mit diesem Rundgang durch Berlins Mitte bewegen wir uns auf den Spuren Dietrich Bonhoeffers, des Theologen zur Zeit des Dritten Reiches, der vielleicht wie kein anderer Leben und Theologie miteinander verknüpfte. Bonhoeffers Glaube hatte Konsequenzen für sein Leben und Handeln. Er beteiligte sich am Widerstand, befürwortete und unterstütze Attentatspläne auf Hitler und bezahlte letztendlich seinen Widerstand gegen das Regime noch im April 1945 mit seinem Leben.
Dieser gut zweistündige Rundgang führt uns u.a. zur Ordinationskirche Bonhoeffers, zum Ort des ehemaligen Volksgerichtshofs und dem damaligen Gestapo-Hauptquartier, einer von Bonhoeffers Haftorten. Bonhoeffers Rolle im Widerstand, seine Entwicklung und wesentliche Ereignisse seiner letzten Lebensjahre werden deutlich.

Kostenbeitrag: 5 Euro, Studierende 2 Euro

Veranstalter: Berliner Missionswerk/Ökumenisches Zentrum in Zusammenarbeit mit theoarts, Theologie an Ort & Stelle


Weltweite Partner

Weltweite Partner

Das Berliner Missionswerk hält die Verbindung zu über 20 Partnerkirchen und christlichen Organisationen weltweit. In folgenden Ländern sind wir aktiv:


Ansprechpartner

Dr. Andreas Goetze
Landeskirchlicher Pfarrer
für den interreligiösen Dialog
Tel +49 (0)30 · 2 43 44-167
a.goetze @ bmw.ekbo.de