Moschee am Columbiadamm, Foto: Gabriele Kantel (cc-by-nc)

Veranstaltungen zum interreligiösen Dialog

Donnerstag, 17. Oktober, 18 Uhr

„Dem Rad in die Speichen fallen“. Dietrich Bonhoeffer, der Theologe des Widerstandes– ein besonderer Stadtrundgang. Mit Ralf Herold, Diplom-Theologe, MA in Erwachsenenbildung, Berlin und Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)Treffpunkt: Eingang zur Staatsbibliothek II, Potsdamer Straße 33 (schräg gegenüber der Neuen Nationalgalerie)

Mit diesem Rundgang durch Berlins Mitte bewegen wir uns auf den Spuren Dietrich Bonhoeffers, des Theologen zur Zeit des Dritten Reiches, der vielleicht wie kein anderer Leben und Theologie miteinander verknüpfte. Bonhoeffers Glaube hatte Konsequenzen für sein Leben und Handeln. Er beteiligte sich am Widerstand, befürwortete und unterstütze Attentatspläne auf Hitler und bezahlte letztendlich seinen Widerstand gegen das Regime noch im April 1945 mit seinem Leben.
Dieser gut zweistündige Rundgang führt uns u.a. zur Ordinationskirche Bonhoeffers, zum Ort des ehemaligen Volksgerichtshofs und dem damaligen Gestapo-Hauptquartier, einer von Bonhoeffers Haftorten. Bonhoeffers Rolle im Widerstand, seine Entwicklung und wesentliche Ereignisse seiner letzten Lebensjahre werden deutlich.

Kostenbeitrag: 5 Euro, Studierende 2 Euro

Veranstalter: Berliner Missionswerk/Ökumenisches Zentrum in Zusammenarbeit mit theoarts, Theologie an Ort & Stelle



Sonntag, 20. Oktober, 10 Uhr

Gottesdienst: „…nun gehe hin und lerne“ (Psalm 119,105 – Jakobus 2,14-26 – 1. Thess. 1,9)
Ort: Kreuzkirche Erich-Mühsam-Straße 1 02826 Görlitz, Predigt: Pfarrer Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den Interreligiösen Dialog, Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

Wir leben in unübersichtlichen Zeiten. einfache Lösungen im Schwarz-Weiß-Denken haben Konjunktur. Wie kann sich da der Glaube bewähren? Wie kann ich lernen, die „Geister“ zu unterscheiden? Zu erkennen, was wirklich tragfähig ist und was nur Lug und Trug? Eigentlich wissen wir ja so viel. Aber was lernen wir (daraus)? Hillel, der große jüdische Denker, schrieb: „Was dir nicht lieb ist, das tue auch deinem Nächsten nicht. Das ist die ganze Tora. Alles andere ist Kommentar. Nun gehe hin und lerne“. Eine Spurensuche nach einem Glauben, der sich aktuell bewähren muss.

Sonntag, 20. Oktober, 15 bis 17 Uhr

Seminar als christlich-muslimischer Dialog: „Wie verstehst du das, was du da liest?“ – zum Verständnis von Koran und Bibel aus muslimischer und christlicher Perspektive. Ort: Stadtmission Langenstr. 43, 02826 Görlitz.

Mit

  • Dr. Andreas Goetze Landespfarrer für den Interreligiösen Dialog (EKBO)
  • und Ender Cetin, Islamwissenschaftler und Imam, Deutsche Islamische Akademie (DIA), Berlin


Koran, Tora, Bibel – wie können diese Heiligen Schriften gelesen werden? Insbesondere der Koran ist uns unvertraut. Radikale Kräfte wie der sog. „islamische Staat“ beziehen sich auf ihn, nutzen ihn für eigene politische Zwecke - was die Mehrheit der Muslime deutlich ablehnt. Aber wie gehen Gläubige wie Religionskritische mit diesen Quellen um? Werden sie wortwörtlich verstanden oder beim Wort genommen? Einen Text einfach zu zitieren genügt nicht, denn es kommt auf die Interpretation an. Welche Kriterien für die Auslegung gibt es? Was bedeutet es eigentlich – historisch, spirituell oder praktisch – eine Schriftstelle zu verstehen?


Montag, 21. Oktober, 9.30 Uhr

Görlitzer Vormittagsakademie: Religionen und Weltanschauungen – Chance oder Hindernis für ein gedeihliches Zusammenleben? Ort: Langenstraße 43, 02826 Görlitz.

Referent und Gesprächspartner:  Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den Interreligiösen Dialog, Evang. Kirche Berlin-Brandenburg, schlesische Oberlausitz (EKBO), Studium der Evang. Theologie, Nebenfächer Philosophie und Judaistik, islamwissenschaftliche Studien und Studien zum orientalischen Christentum in Jerusalem und Beirut, Vikar in Jerusalem, seit mehr als 25 Jahren im Nahen und Mittleren Osten als Reiseleiter unterwegs.

Der Islam ist in aller Munde. Es wird kontrovers diskutiert, ob der Islam zu Deutschland gehört oder nicht. Religionen und Weltanschauungen sind dadurch wieder insgesamt stärker in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt. Dienen sie dem Frieden oder befördern sie Gewalt? Unterstützen sie die Integration oder sind sie eher ein Hindernis? Welche Bedeutung hat der interreligiöse Dialog in unserer Gesellschaft? Klar ist: nicht jede Form von Religion und Weltanschauung dient dem Frieden. Welche Grundlagen und Haltungen sind daher hilfreiche Voraussetzung für ein gedeihliches und friedliches Zusammenleben?


Eintritt frei; Ansprechpartner für Rückfragen: Pfr. Albrecht Naumann, Tel. 0170/4082348

 

Sonntag, 27. Oktober bis Sonntag, 24. November

Ausstellung in der Sophienkirche: Von Engeln, Mächten und Gewalten –
Die Offenbarung des Johannes und das Ringen um die Zukunft.
Sophienkirche, Große Hamburger Straße 29/30, 10115 Berlin-Mitte. Die Ausstellung ist täglich geöffnet von 13 bis 18 Uhr

Flyer zur Ausstellung zum Herunterladen (PDF)


Engel: für die einen bedeutet das erfahrbare Wirklichkeit, für die anderen bleiben es esoterische Hirngespinste. Im biblischen Sinne sind es die Boten Gottes, sichtbare oder auch unsichtbare Verbindung zwischen Gott und den Menschen. Petra L. Grünig gelingt es, die biblische Engellehre in Farben, Formen und Figuren aufs Blatt zu bringen. Ihre Engelbilder sind so genial wie einfach. Die Künstlerin wählte die Malweise des Sgraffito, um so symbolisch das Thema Apokalypse, griechisch für „Enthüllung“, zu behandeln. Die fertigen Bilder wurden schwarz abgedeckt und anschließend wieder von schwarzer Farbe befreit und so enthüllt. So entstand ein Zyklus faszinierender symbolischer Bilder, eine Art geistiger, kosmischer Zwischenwelt. Und auch im Judentum wie im Islam sind die Engel auf die Transzendenz Gottes hin offen und können im Leben der Menschen eine wichtige Rolle spielen. Engel – Figuren an der Grenze: Das letzte Buch der Bibel, die Offenbarung des Johannes, hat im Laufe der Zeit viele unterschiedliche Interpretationen erfahren. Apokalyptischen, endzeitlichen Auslegungen, die vom nahen Weltende reden, diente das Buch ebenso als Grundlage wie es Menschen in fast ausweglosen Situationen trösten konnte als Evangelium, als frohe Botschaft in bedrängter Zeit. Es ist mithin das politischste Buch der Bibel … Die sieben Engel der sieben Gemeinden der Offenbarung des Johannes faszinieren, machen neugierig: Je man man sich mit ihnen beschäftigt, umso mehr geheimnisvolle Zusammenhänge werden offensichtlich.

Petra I. Grünig, bildende Künstlerin und Malerin, Spiritualin, Referentin für Kunst und Spiritualität der Akademie St. Paul, erste Ausstellung 1986 in der Hauptkirche St. Petri, Hamburg. Ausstellungen in Norddeutschland, Hessen, Berlin, Erfurt, in der Türkei und Italien.


Begleitprogramm zur Ausstellung

  • Sonntag, 27. Oktober, 10 Uhr Gottesdienst zur Eröffnung der Ausstellung und Veranstaltungsreihe „ Von Engeln, Mächten und Gewalten – die Offenbarung des Johannes und das Ringen um die Zukunft“ mit Bildern von Petra I. Grünig. Liturgie: Pfarrerin Dr. Christine Schlund, Gemeinde am Weinberg, Predigt zu Offb. 1-3: Dr. Andreas Goetze, landeskirchlicher Pfarrer für den Interreligiösen Dialog (EKBO), Musikalische Gestaltung: Maria Magdalena Wiesmaier (Violoncello) und Nabil Hilaneh (Oud)
  • Montag, 28. Oktober 19.30 Uhr, Einführungsvortrag: Die Offenbarung – ein Buch mit sieben Siegeln? Kein Buch der Bibel setzt mehr apokalyptische Phantasien frei als das letzte Buch im Neuen Testament, die Offenbarung des Johannes, auch „die Apokalypse“ genannt.. Dieses Buch wurde schon vielfach gedeutet und missbraucht. Es hat in Krisenzeiten immer wieder Gruppierungen dazu angeregt, die Endzeit zu berechnen in der Überzeugung, nun hätten die letzten Tage der Welt begonnen. Das Buch der Offenbarung ist dabei vielen ein „Buch mit sieben Siegeln“, bildreich und unverständlich. Auf der einen Seite ist es das politischste Buch der Bibel, auf der anderen Seite ist es ein echtes spirituelles Buch der Hoffnung und Erlösung, in dem Engel eine besondere Rolle spielen. Wie lässt sich die Apokalypse nicht apokalyptisch, sondern als gute Botschaft spirituell verstehen? Referent: Dr. Andreas Goetze, Landeskirchlicher Pfarrer für den Interreligiösen Dialog (EKBO)
  • Sonntag, 3.11. 10 Uhr „Ach, dass du kalt oder warm wärst, aber du bist lau“ (Offb. 3, 16), Gottesdienst mit der Universität und zur Wahl des Gemeindekirchenrats, Pfarrerin Dr. Christine Schlund, Gemeinde am Weinberg, anschließend: Aussendung zum Stolpersteinputzen
  • Montag, 4.11. 19.30 Uhr Sakristei der Sophienkirche, Tuba mirum spargens sonum… Vom Klang der letzten Posaune, Musikalisch-theologische Einführung in das Requiem von W. A. Mozart, Pfarrerin Dr. Christine Schlund, Maximilian Schnaus
  • Sonntag, 10.11. 20 Uhr W. A. Mozart Requiem, Kantorei und Cappella am Weinberg, Leitung Julia Hedtfeld Eintritt 15€/ermäßigt 10 Euro
  • Montag, 11.11. 19.30 Uhr Vortrag: Fake news – wie die neuen Medien alte Verschwörungstheorien befeuern. Die Wechselwirkung zwischen Medien, Mythen und Demografie prägt die menschliche Geschichte der letzten Jahrtausende. Das mediale Ringen um die Zukunft der Menschheit und die Rolle der Religionen darin hat damit gerade erst begonnen. Verschwörungsmythen waren und sind allgegenwärtig: Von Hexenhysterien über stalinistische „Säuberungen“ bis zum Antisemiten in der Facebook-Gruppe. Ob die liberalen Demokratien diesen menschen-, rechtsstaats- und auch wissenschaftsfeindlichen Verschwörungsmythen widerstehen werden ist eine Schlüsselfrage der kommenden Jahre und Jahrzehnte. Referent: Dr. Michael Blume, Religions- und Politikwissenschaftler, Antisemitismusbeauftragter des Landes Baden Württemberg, promovierte über Religion und Hirnforschung, spezialisierte sich auf die Evolutionsforschung zu Religiosität und Religionen.
  • Donnerstag, 14.11. 19.30 Uhr Sakristei der Sophienkirche, Dem Buch mit sieben Siegeln auf der Spur. Biblischer Gesprächskreis zur Offenbarung des Johannes mit Pfarrerin  Dr. Christine Schlund
  • Sonntag, 17.11. 10 Uhr „Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi“ (Offb. 19,11-21), Gottesdienst  am Friedenssonntag/ Volkstrauertag (mit Gedenken an den Sophienpfarrer Ferdinand Vogel), Vikarin Thea Voß/ Dr. Andreas Goetze
  • Montag, 18.11. 19.30 Uhr „Engel – himmlische Boten in den drei Religionen“, Interreligiöses Podiumsgespräch mit Chasan Jalda Rebling (jüdische Kantorin), Ron Weber (Deutsche Islam Akademie) u. a., Moderation: Dr. Andreas Goetze
  • Donnerstag, 21.11. 19.30 Uhr Sakristei der Sophienkirche, „Kein Geschrei noch Leid wird mehr sein“.Biblischer Gesprächskreis zur Offenbarung des Johannes mit Pfarrerin Dr. Christine Schlund
  • Sonntag, 24.11. 10 Uhr „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ Gottesdienst zum Ewigkeitssonntag mit der Kantate BWV 140 von Johann Sebastian Bach. Finissage der Ausstellung und Veranstaltungsreihe „Von Engeln, Mächten und Gewalten“  Pfarrerin Dr. Christine Schlund/ Dr. Andreas Goetze

 

Mittwoch, 6. November, 19.30 Uhr

„Verstehst du auch, was du da liest?“ Ein interreligiöses Gespräch über Koran, Tora und Bibel, über Glauben und Verstehen, Dialog und fundamentalistische Auslegungen. Apostel-Paulus-Kirche, Grunewald-/Ecke Akazienstraße, 10823 Berlin-Schöneberg (U7 Eisenacher Straße).

Koran, Thora, Bibel – wie können diese Heiligen Schriften gelesen werden? Radikale Kräfte beziehen sich ebenso darauf wie friedensbewegte und aufgeschlossene Gruppen. Was bedeutet es eigentlich – historisch, spirituell oder praktisch – eine Schriftstelle zu verstehen? Heilige Schriften sind ein besonderer Wahrnehmungsraum. Sie eröffnen spirituelle Zugänge, sich selbst und die Welt zu verstehen. Wie gehen Gläubige wie Religionskritische mit diesen Quellen um?
Werden sie wortwörtlich verstanden oder beim Wort genommen? Welche persönliche und gesellschaftspolitische Relevanz können Heilige Schriften gewinnen, ohne dass sie dabei für eigene Interessen benutzt oder auch für politische Zwecke instrumentalisiert werden?

mit

  • Rabbiner Joshua Ahrens, Darmstadt, Mitglied der Orthodoxen Rabbiner-Konferenz
  • Dr. Andreas Goetze, Landespfarrer für den interreligiösen Dialog, Evang. Kirche (EKBO)
  • Dr. Nimet Seker, Islamwissenschaftlerin, Institut für Studien der Kultur und Religion des Islam, Universität Frankfurt a. M.
  • Moderation: Dr. Sarah Albrecht, Evangelische Akademie zu Berlin


Musikalische Gestaltung: Hassan Abul- Fadk (Oud) und Mewan Younes (Bozuq) vom Berliner Orient-Ensemble

Weltweite Partner

Weltweite Partner

Das Berliner Missionswerk hält die Verbindung zu über 20 Partnerkirchen und christlichen Organisationen weltweit. In folgenden Ländern sind wir aktiv:


Ansprechpartner

Dr. Andreas Goetze
Landeskirchlicher Pfarrer
für den interreligiösen Dialog
Tel +49 (0)30 · 2 43 44-167
a.goetze @ bmw.ekbo.de