Kinder in Talitha Kumi, Foto: Berliner Missionswerk

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Hilfe für Hurrikan-Opfer gestartet

Hurrikan „Irma“ hinterließ eine Schneise der Verwüstung in Kuba. Mehrere Menschen starben; Zehntausende verloren all ihr Hab und Gut. Nun werden Lebensmittel knapp, die Wasserversorgung ist vielerorts unterbrochen. Auch Ernten und Saatgut sind zerstört. „Die Menschen in Kuba dürfen nicht vergessen werden; sie brauchen dringend unsere Unterstützung“, betont Roland Herpich, Direktor des Berliner Missionswerkes, das heute einen Spendenaufruf gestartet hat.

„Die Situation im Land ist dramatisch; der Hurrikan hat die gesamte Nordküste getroffen.“ Pfarrer Joel Ortega Dopico, Präsident des kubanischen Kirchenrates und langjähriger Partner des Berliner Missionswerkes, steht fassungslos vor den Trümmern in Havanna. „Viele Menschen haben alles verloren. Sie suchen Schutz in den Notunterkünften der Kirchen.“ Der Staat werde sich zunächst darauf konzentrieren, die ausgefallenen Elektrizitätswerke und die Touristenzentren wieder zum Laufen zu bringen, befürchtet er. „Die Menschen und auch unsere Gemeinden werden aus eigener Kraft versuchen müssen, wieder auf die Beine zu kommen.“ Dabei habe „Irma“ das Land viel stärker getroffen als frühere Hurrikans.


Kuba leidet alljährlich unter Tropenstürmen. Doch dieses Mal war die Gewalt von Wind und Wasser so heftig, dass die ohnehin marode Bausubstanz nichts entgegenzusetzen hatte. „Irma“ riss Häuser nieder, wirbelte Balkone wie Spielzeug durch die Luft und drückte das Meerwasser tief in die Städte hinein; auch in die Havannas Altstadt, die zum Weltkulturerbe gehört.


Tausende wurden obdachlos - mit tiefgreifenden Folgen selbst für kommende Generationen. „Das Durchschnittseinkommen in Kuba beträgt umgerechnet 20 US-Dollar im Monat“, so Dr. Patrick Roger Schnabel, im Berliner Missionswerk für Entwicklungspolitik und Kuba zuständig. „Die Menschen überleben nur, weil sie Lebensmittelkarten erhalten und sie in ihren eigenen Häusern wohnen. Oft leben drei Generationen in einem Vier-Zimmer-Haus zusammen. Wer dieses Haus verliert, dem wird die Lebensgrundlage entzogen.“

Schnabel verweist auf einen weiteren Aspekt: „Der staatliche Zivilschutz in Kuba ist gut organisiert, er arbeitet vernetzt mit Meteorologen und Fernsehstationen. Die Bevölkerung wird frühzeitig informiert und notfalls evakuiert. Doch ‚Irma‘ übertraf alles bisher Dagewesene.“

Kuba gehört zu den ärmsten und wirtschaftlich schwächsten Staaten der Welt. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor das Land zudem die Unterstützung aus Osteuropa. Wirtschaftliche Reformen kommen nur zögerlich voran. Die Folge ist ein riesiger Investitionsstau - gerade bei Gebäuden und der Stromversorgung. So sind zurzeit die Elektrizitätswerke zusammengebrochen und noch immer 80 Prozent der Haushalte ohne Strom und Gas.


„Der Wiederaufbau wird lange Zeit in Anspruch nehmen“, befürchtet Schnabel, „da auch die Tourismusbranche, die zweitwichtigste Einnahmequelle des Landes, stark getroffen wurde.“


Das Berliner Missionswerk gehört zu den wenigen Organisationen in Deutschland, die enge Kontakte nach Kuba haben und mit dortigen Kirchen eine Entwicklungspartnerschaft pflegen. Auf die Bitte der kubanischen Partner hin entschloss sich das Werk heute, einen Spendenaufruf zu starten. „Wir wollen die humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau unterstützen“, so Direktor Herpich. „Spenden kommen den Not leidenden Menschen auf Kuba direkt zugute.“

Hier können Sie online und sicher für die Nothilfe Kuba spenden


Spendenkonto:

Berliner Missionswerk
Evangelische Bank
IBAN: DE86 5206 0410 0003 9000 88
Kennwort: Nothilfe Kuba

Auf der Suche nach etwas Brauchbarem, das der...

Auf der Suche nach etwas Brauchbarem, das der Hurrikan hinterlassen hat. (Foto: Yander Zamora)

Auf der Suche nach etwas Brauchbarem, das der...

Entwurzelte Bäume, abgerissene Äste: Hurrikan "Irma" wütete in Kuba. (Foto: Yander Zamora)

Auf der Suche nach etwas Brauchbarem, das der...

Hurrikan "Irma" zerstörte weite Teile der Nordküste Kubas. Hier: Punta Alegre, Provinz Ciego de Ávila. (Foto: Yander Zamora)

 

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