Auftakt: Berliner Missionswerk startet Gesprächsreihe zu Mission und Kolonialismus

Eine Schulklasse in Tansania an den Resten eines Forts, das der größte Feldherr der Hehe, Mkwawa, vor 1900 für den Krieg gegen die deutschen „Schutztruppen“ errichten ließ. Unter seiner Führung fügten die Hehe den deutschen Truppen eine schwere Niederlage zu. Nach Mkwawas Tod wurde sein Schädel von den Deutschen entwendet. Bis heute ist umstritten, ob die Hehe ihn zurückerhalten haben. © Andeck Ngogo.

Infos und Anmeldung unter <link www.eaberlin.de/seminars/data/2022/rel/vergessen-entschuldigen-wiedergutmachen/;
 

Missions- und Kolonialgeschichte sind in der Neuzeit eng miteinander verflochten. Dabei gestaltete sich das Verhältnis von Mission und Kolonialmächten – abhängig von Ort, Zeit und Akteur:innen – ganz verschieden. Hinzu kommt, dass heute in Deutschland ebenso wie in den damaligen Missionsgebieten ganz unterschiedlich an diese Zeit erinnert wird.


Diesen Fragen gehen Dr. Martin Frank und Dr. John Njenga Karugia beim Auftakt der Reihe nach: Welche Gedächtniskultur für die Kolonialzeit gibt es? Wie wird an die Kolonialzeit erinnert und welchen Ort hat dabei die Missionsgeschichte? Wie sind die Erinnerungen des Globalen Südens in der hiesigen Gedächtniskultur gegenwärtig? Wozu werden die Erinnerungen in einer Institution wie dem Berliner Missionswerk verwendet? Dahinter steht schließlich auch die Zukunftsfrage, wie Berlin mit seiner vielfältigen Museumslandschaft angemessen an seine Kolonial- und Missionsgeschichte erinnern könnte.


Weitere Veranstaltungen dieser Reihe:
 

  • Montag, 9. Mai 2022, 19 Uhr, Lisé Kriel und Albert Wu: „Wie stellte sich das Verhältnis von Mission und Kolonialismus in den unterschiedlichen Missionsgebieten der Berliner Mission dar?“ (Berliner Missionswerk, Knaksaal)
  • Mittwoch, 8. Juni 2022, 19 Uhr, Prof. Dr. Rebekka Habermas und Dr. Friederike Krippner, "Mission und Kolonialismus aus der Perspektive einer Historikerin – Berliner Mission im Fokus"
  • Juli 2022, Dr. Ibuo Diop und Natalie Bayer (angefragt), „Was bedeutet es für ein Museum, sich zu dekolonisieren?"
  • Montag, 12. September 2022, 19 Uhr, Prof. Dr. Bénédicte Savoy und Ulrike Trautwein, „Wie kann Erinnerungskultur im Spannungsfeld von Mission und Kolonialismus gelingen?"