Kubanische Bauern arbeiten auf dem Feld. Foto: Dr. Patrick Roger Schnabel
Foto: Dr. Patrick Roger Schnabel

Kuba: Kleinbauernförderung durch Biogasanlagen

Der Bau von Biogasanlagen unterstützt kubanische Kleinbäuerinnen und -bauern – und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz.

Aus Steinen und Zement werden einfache Biogasanlagen auf Höfen kubanischer Kleinbäuerinnen und -bauern errichtet. Das Material dafür ist sogar in Kuba meist verfügbar – und mit ca. 2000 Euro pro Anlage relativ günstig. In diesen Anlagen werden die Ausscheidungen der Nutztiere verwertet: Der Dung von zwei, drei Kühen pro Tag reicht, um mit dem gewonnenen Methangas bis zu fünf Stunden zu kochen oder das Haus zu beleuchten!

Produziert wird das geruchsneutrale Naturgas durch einen Gärprozess, der durch die Darmbakterien der Nutztiere angetrieben wird – ganz ohne chemische Zusätze. Als Sekundärprodukt fällt so wertvoller Biodünger an. Die Vorteile sind deutlich und vielfältig:

  • Das Methan aus Gülle und Mist dringt nicht ungenutzt in die Atmosphäre. Das ist deshalb wichtig, weil insbesondere die Rinderhaltung einen erheblichen Anteil am Klimawandel hat.
  • Weil die Bäuerinnen und Bauern ohne Biogasanlage mit Holz oder Holzkohle kochen und heizen, vermindert die Umrüstung die Rodung von Wäldern. Wenn nur vier Familien je eine Anlage betreiben, wird pro Jahr ein Hektar Wald geschützt.
  • Die Umstellung von Feuer auf Gas schont die Gesundheit gerade der Frauen, deren Lungen zuvor dem schädlichen Rauch ausgesetzt waren. Sie sparen auch wertvolle Zeit, da das Kochen viel einfacher und schneller vonstattengeht.
  • Der Gärungsprozess tötet gesundheitsschädliche Keime ab, sodass der Biodünger bedenkenlos sogar auf Gemüsebeete ausgebracht werden kann. Der humose Gärrest schont – anders als die frische Gülle – auch Böden und Gewässer.
  • Die Bäuerinnen und Bauern können ihre Produktion erhöhen und tragen so über die regionalen Märkte zur Ernährungssicherheit in Kuba bei, das immer noch den überwiegenden Teil seiner Lebensmittel importieren – also zu Weltmarktpreisen einkaufen – muss.
  • In diese Anlagen wandern nur Exkremente. Es werden keine Lebensmittel vergoren, und es findet keine Verdrängung von Nahrungsmittelproduktion durch Energiepflanzen statt.

Die Klima-Partnerschaft

Das Berliner Missionswerk fördert die kubanischen Partnerorganisationen – die ökumenischen Zentren in Cardenas (CCRD) und in Santiago (CCSC) – schon seit vielen Jahren. Doch seit 2017 hat diese Zusammenarbeit eine neue Qualität: Die drei Organisationen haben eine Klimapartnerschaft geschlossen. Möglich ist das durch eine Kooperation mit der Klimakollekte – Kirchlicher Kompensationsfonds gGmbH. Ziel ist, zunächst alle Treibhausgas-Emissionen zu kompensieren, die durch die Flüge des Missionswerks und des evangelischen Konsistoriums entstehen. Denn auch eine klimabewusste Landeskirche kann auf das Fliegen nicht ganz verzichten, weil Partnerschaft Begegnung braucht. Diese unvermeidlichen Emissionen sollen aber das Klima nicht belasten. Zusätzliche neue Anlagen in Kuba sind so berechnet, dass sie der Atmosphäre so viel CO2 entziehen, wie die Flüge an CO2-Äquivalenten verursachen.

Am Ende gewinnen alle - die Kubaner:innen, die Umwelt, die ökumenische Arbeit und das Klima!

Bitte helfen Sie mit, damit noch weitere Biogasanlagen gebaut werden können!

Für die Kleinbauern in Kuba online spenden >>

Unser Spendenkonto
Berliner Missionswerk, Evangelische Bank
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Stichwort: Kleinbauern Kuba

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Ihr Ansprechpartner

Dr. Patrick R. Schnabel
Referent für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der EKBO,
Kuba-Referent

Tel 030 24344–188
E-Mail p.schnabel@bmw.ekbo.de