Maljipa, Gottesdienst zum Weltgebetstag ©Barbara Deml

Presbyterianische Kirche in Taiwan

Die Presbyterianische Kirche in Taiwan (PCT) hat rund 257.000 Mitglieder in über 1.200 Gemeinden. Zur 1865 gegründeten PCT unterhält das Berliner Missionswerk seit 1978 partnerschaftliche Beziehungen; der Vertrag wurde 2013 erneuert. Auf dem chinesischen Festland reicht die Tradition der Berliner Mission ins 19. Jahrhindert zurück: Schon 1882 begannen Berliner Missionare die China-Mission. Aufgrund der politischen Situation mussten die letzten Mitarbeiter:innen das Land 1948 verlassen. Nach der Integration der Deutschen Ostasienmission in das Berliner Missionswerk im Jahr 1972 wurden die Kontakte zu Taiwan neu aufgenommen.

Stimme der Stummen

Schwerpunkte der Partnerschaft mit dem Berliner Missionswerk sind daher die Unterstützung bei ihrer missionarisch-sozialdiakonischen Arbeit und die Beteiligung am gesellschaftlichen Diskurs zu Demokratie und Menschenrechten, christlichem Zeugnis in moderner Arbeitswelt, dem Selbstbestimmungsrecht der Völker und der Integration ethnischer Minderheiten. Seit 2014 entsendet das Berliner Missionswerk jährlich eine Freiwillige bzw. einen Freiwilligen nach Taiwan, zur Unterstützung der diakonischen Arbeit im Seamen‘s & Fishermen‘s Service Center in Kaohsiung. Seit 2018 kommen junge Menschen aus Taiwan im Rahmen des Inwärts-Programms für ein Jahr nach Deutschland in Gemeinden der EKBO.

Gründer waren Missionare

Gegründet wurde die Presbyterianische Kirche in Taiwan 1865 von schottischen und kanadischen Missionaren. In den 1930er Jahren richtete die inzwischen selbstständig gewordene Kirche ihr Augenmerk auf die bis dahin abgeriegelten Gebiete der Ureinwohner. Heute sind etwa 70 Prozent der indigenen Taiwanesen Christen, etwa 30 Prozent von ihnen gehören der Presbyterianischen Kirche an. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Japan seine Kolonie Taiwan aufgeben. Es folgten die Truppen des chinesischen Generals Chiang Kai-shek, der nach seiner endgültigen Niederlage gegen die Kommunisten 1949 vom Festland auf die Insel floh. Dort bereitete Chiang einerseits den Boden für den späteren Wirtschaftsaufschwung. Andererseits durfte die Macht seiner Kuomintang und der Chinesen vom Festland nicht in Frage gestellt werden und politische Freiheit lag in weiter Ferne. Die Taiwanische Sprache und Kultur wurden zurückgedrängt. Als „Stimme der Stummen“ ist die Presbyterianische Kirche in dieser Zeit mutig für die Belange der unterdrückten Bevölkerung eingetreten. So wurde der PCT das Eintreten für die jeweils Unterdrückten und Verstummten zum besonderen Anliegen ihres kirchlichen Auftrags.

Vier Prozent Christen

Taiwan hat rund 23,6 Millionen Einwohner:innen auf einer Fläche von 35.980 Quadratkilometern, was etwa einem Zehntel der Fläche Deutschlands entspricht. Deutschland unterhält keine diplomatischen Beziehungen zu Taiwan. Die deutschen Interessen werden durch das Deutsche Institut Taipeh wahrgenommen. Etwas über ein Drittel der Einwohner:innen sind bekennende Buddhisten, ein weiteres Drittel Taoisten. Nur etwa vier Prozent der Taiwaner sind Christen, die übrigen gehören anderen Gemeinschaften an bzw. deren religiöses Bekenntnis ist nicht erfasst.

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Ihre Ansprechpartnerin

Barbara Deml
Leitung Ökumene und stellv. Direktorin
Referentin für Westeuropa, USA und Ostasien

Tel 030 24344–5761
E-Mail b.deml@bmw.ekbo.de