Junge im iThemba Labantu-Tshirt singt stolz. Foto: Carsten Herwig
Foto: Carsten Herwig

iThemba Labantu: Hoffnung für die Menschen

iThemba Labantu, das heißt „Hoffnung für die Menschen“ auf Xhosa. Das diakonische Bildungszentrum im südafrikanischen Philippi bei Kapstadt schenkt Hoffnung dort, wo die Menschen sie dringend nötig haben.

In Kapstadt zeigt sich die Trennung zwischen Arm und Reich besonders deutlich. Einerseits die touristische Waterfront, mit teuren Restaurants und Villen an der malerischen Küste, andererseits nur wenige Kilometer davon entfernt die Armenviertel, in Südafrika Townships genannt.

Eines dieser Viertel heißt Philippi. Die Menschen leben dort auf engem Raum in kleinen Häusern oder Hütten. Viele sind mit HIV infiziert. Hohe Kriminalität, Arbeitslosigkeit und schlechte Lebensbedingungen bestimmen den Alltag vieler Menschen in Philippi. Die Gewaltbereitschaft ist so hoch, dass sich auch die Polizei nicht in manche Townships traut.

Hoffnung für die Township

Hier leitet Pfarrer Otto Kohlstock vom Berliner Missionswerk zusammen mit seinem engagierten Team das Bildungszentrum iThemba Labantu. Rund 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der Schule und in den verschiedenen Projekten beschäftigt. Die Kinder und Jugendlichen der umliegenden Townships finden im Zentrum einen geschützten Ort zum Lernen, Spielen, Sport treiben und Musizieren. Der Kindergarten und eine stetig wachsende Grundschule schenken den Heranwachsenden eine echte Lebensperspektive durch Bildung. 

Täglich versorgt eine Suppenküche mehr als 300 Kinder mit warmem Essen. 50 Kindergarten- und 100 Grundschulkinder bekommen ein gesundes Frühstück. Die Köchinnen stammen alle selbst aus Philippi. Im hauseigenen Gemüsegarten werden Einwohner:innen der Township zur Selbstversorgung angeleitet.

Kindergarten, Vor- und Grundschule

Zwei ausgebildete Erzieherinnen und eine Helferin betreuen Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Die Kinder erhalten Unterricht in Xhosa und erlernen die englische Sprache – Voraussetzung für den späteren Schulbesuch. Nach dem Abschluss der Vorschule gehen die Kinder auf weiterführende englischsprachige Schulen und kehren am Nachmittag in Bussen zum Essen, zur Hausaufgabenbetreuung und zur Teilnahme an verschiedenen Programmen zurück nach iThemba Labantu.

Die sogenannte morning class ist ein Integrationsprogramm für Kinder, die zwar schulpflichtig sind, aber aufgrund von sozialen Problemen, etwa weil sie schlicht keine Geburtsdokumente besitzen, keine Schule besuchen dürfen.

Mit der 2016 eröffneten Grundschule, in der Kinder bis zur 7. Klasse unterrichtet werden, wurde eine weitere Lücke im Bildungsangebot geschlossen.

Kunst und Sport statt Kriminalität

Philippi hat ein massives Problem mit Bandenkriminalität. Bereits in der Jugend rutschen viele in ein kriminelles Umfeld ab. Durch das vielfältige Angebot im Zentrum sollen Jugendliche ermutigt werden, aus ihrem schwierigen Lebensumfeld herauszutreten und eigene Ziele zu entwickeln und zu verfolgen.

Theater, Tanz, Musik (Blechblasinstrumente, Marimba, Klavier, Theorie), Bücher- und Schachclub fördern Kreativität und Selbstvertrauen. Fußball, Netzball, Schwimmen und andere Sportarten vermögen Aggressionen in positive Bahnen zu lenken und vermitteln Disziplin und Teamgeist. Dank der großzügigen Unterstützung mehrerer Freundeskreise und der Philipp-Lahm-Stiftung konnte 2019 außerdem ein neuer Fußballplatz eingeweiht werden.

Jungen- und Mädchenclubs sind positive Alternativen zur kriminellen Szene. Daneben geben Aufklärungsprogramme (Sexualität, Drogen, Missbrauch), Computertraining, Elterntraining, soziale Beratung und Hausbesuche Rückhalt und stärken das Gemeinschaftsgefühl.

Perspektive – auch für junge Erwachsene

In Computerkursen lernen Erwachsene, mit dem PC zu arbeiten. Im Berufsbildungszentrum nehmen jeweils zehn Auszubildende an einem staatlich anerkannten Kfz-Mechaniker-Grundkurs teil, 15 weitere Auszubildende durchlaufen in einem fünfmonatigen Intensivkurs eine Ausbildung zum Solarinstallateur.

Frauen aus der Township pflegen im Zentrum eine alte Xhosa-Tradition: Mit der Herstellung von Perlenarbeiten wie zum Beispiel Schlüsselanhängern verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt. Außerdem töpfern sie in einer kleinen Keramikwerkstatt Becher und andere Tonware mit traditionellen afrikanischen Motiven. Für viele ist das die einzige Einnahmequelle der Familie. 

iThemba Labantu finanziert sich zu großen Teilen aus Spendeneinnahmen. Neben dem Berliner Missionswerk leisten unter anderem der Münchner Verein Themba Labantu e. V. und ein großer Freundeskreis aus Gröbenzell einen großen Beitrag zur wichtigen Arbeit im Zentrum.

Bitte unterstützen auch Sie iThemba Labantu mit einer Spende und helfen Sie mit, dass Otto Kohlstock und sein Team weiterhin Hoffnung in der Township weitergeben können.

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Unser Spendenkonto
Berliner Missionswerk, Evangelische Bank
IBAN: DE86 5206 0410 0003 9000 88
Stichwort: iThemba Labantu

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Afrika-Referent

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