Besucher fasziniert vom Humboldt-Forum

© Martin Frank

Kolonialgeschichte, wie sie in Tansania nicht vermittelt wurde

Besuch aus der Partnerkirche in Tansania: Bischof Dr. George Mark Fihavango aus der Southern Diocese der Evangelisch-Lutherische Kirche in Tansania (ELCT), Rev. Anicet Maganya und Loata Mungaya, Finanzchef der ELCT. Gemeinsam mit Afrika-Referent Dr. Martin Frank besuchte die Delegation nach dem Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) zunächst Wittenberg und dann Berlin. Besonders interessant für die Gruppe: das Humboldt-Forum und die dortige Tansania-Ausstellung. Und die Besucher waren vom Besuch fasziniert: „Dort haben wir Informationen über die Kolonialzeit erhalten, die uns zu Hause im Schulunterricht nicht vermittelt wurden“, betonte Bischof Dr. George Mark Fihavango.

Der Besuch in der Ausstellung Leerstellen. Ausstellen. Objekte aus Tansania und das koloniale Archiv empfanden die Besucher aus Tansania als besonderen Höhepunkt. „Faszinierend, dass es reiche Händler an der Küste des heutigen Tansania gab, die den Deutschen Geschenke machten – und die diese nicht erwidern konnten, weil sie zu arm waren!“ Ein Händler schenkte beispielsweise den Deutschen Stoffballen, damit diese sich einkleiden konnten. „Also haben nicht „die Deutschen“ alles mit nach Ostafrika gebracht, sondern im Gegenteil: Sie wurden beschenkt durch eine reiche Kultur“, so Dr. Frank.

Die Delegation besuchte außerdem den Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg, wo es eine rege Partnerschaft zur Southern Diocese gibt. Thema war unter anderem ein Austausch über Jugendarbeit und digitale Gottesdienstangebote. Neben dem obligatorischen Besuch in Wittenberg interessierte die Gäste aus Tansania auch die Geschichte Berlins. „Partnerschaft bedeutet für uns auch, vertrauter zu werden durch intensive Gespräche, gemeinsames Essen, durch Begegnung“, so Bischof Dr. George Mark Fihavango, „das ist unerlässlich, um über Ländergrenzen und Kontinente hinweg eine freundschaftliche und partnerschaftliche Beziehung aufzubauen – und zu erhalten.“