Pandemiebedingt konnten nicht alle am Gottesdienst und dem kleinen Empfang teilnehmen, die gerne gekommen wären. U.a. aber hatten sich zwei ehemalige Direktoren, die mit Rolf-Peter Wiegand zusammengearbeitet hatten, auf den Weg in die Bartholomäuskirche gemacht. Neben Roland Herpich auch Ekkehard Zipser, der eigens aus München angereist war. „Rolf-Peter Wiegand hat schwierigste Aufgaben übernommen und die Finanzen des Werkes verantwortlich und transparent in Ordnung gehalten, auch in Zeiten, in denen unser Werk vor großen wirtschaftlichen Problemen stand. Auf seine Expertise konnte ich mich jederzeit verlassen“, so Zipser.
Ähnlich äußerte sich Konsistorialpräsident a.D. Ulrich Seelemann im Namen des Jerusalemsvereins. Für die Mitarbeitenden der Verwaltung – bei denen sich Rolf-Peter Wiegand seinerseits in bewegenden Worten bedankte – sprachen Nadja Zurawski und Gabriele Schuhr. Sie dankten für die kollegiale Leitung und den achtsamen Umgang in der Abteilung, gerade auch bei persönlichen Problemen: „Wir vermissen Sie jetzt schon.“
Rolf-Peter Wiegand kam 1991 ins damals noch (West-)Berliner Missionswerk in der Handjerystraße, das sich ein halbes Jahr später mit dem Ostberliner Ökumenischen Zentrum vereinigte. Den Wandel hat er miterlebt und mitgestaltet. „Heute hat das Werk als ‚Außenamt der EKBO‘ ganz neue Aufgaben“. Eine davon ist ihm besonders an Herz gewachsen: die Arbeit für das evangelische Bildungszentrum Talitha Kumi im palästinensischen Beit Jala. „Ich war das erste Mal im Januar 1994 in Talitha Kumi, das letzte Mal, coronabedingt, im Februar 2020. Ein Land, eine Kultur, die Menschen dort über einen solch langen Zeitraum kennenlernen zu dürfen, dafür bin ich dankbar“, so Rolf-Peter Wiegand, „solch eine Chance bekommt man wohl selten von seinem Arbeitgeber geboten.“
Worauf er sich jetzt freue, hat er auch verraten. „Etwas mehr Zeit für alles andere außer Arbeit zu haben, alles etwas ruhiger angehen zu können, nicht immer nur nach der Uhr zu leben, mehr Zeit für meine Frau, meine Kinder und meine beiden Enkel zu haben und nebenbei noch etwas zu finden, was ich künftig als sinnvolles Hobby tun kann“, so Rolf-Peter Wiegand. „Aber zunächst geht es 14 Tage nach Friesland, nach Fedderwardersiel auf der Halbinsel Butjadingen, „mit Blick auf den Kutterhafen.“
Zuletzt bat Rolf-Peter Wiegand um Unterstützung für seine Nachfolgerin, Magdalena Stachura: „Sie verdient die gleiche Unterstützung, wie ich sie von allen Kolleg:innen in all den Jahren erfahren habe“.
Rolf-Peter Wiegand: Mit großem Dank verabschiedet