Verena Zietzke: Ein Leben im Dienst an den Menschen

Verena Zietzke (†)

Ein Leben im Dienst an den Menschen

Das Berliner Missionswerk trauert um Verena Zietzke, die am 24. September verstorben ist. Ihr Leben stand im Dienst an den Menschen: als Hebamme, als Diakonisse und als Freundin der Menschen in Matema am Nyassa-See in Tansania. 

1985 wurde Verena Zietzke vom Berliner Missionswerk nach Tansania entsandt. Die Hebamme begann ihren Dienst in der damaligen „Matema Bedded Dispensary", einer kleinen Poliklinik am Nordufer des des Nyassasees, am Fuße der Livingstone-Berge im Südwesten des Landes. Von 1985 bis 1998 leitete sie die Gesundheitsstation in Matema und prägte über viele Jahre die medizinische Grundversorgung der Menschen in dieser abgelegenen Region. Als Hebamme hat sie unzähligen Kindern ins Leben geholfen und Generationen von Familien in und um Matema begleitet. Insgesamt lebte Verena Zietzke 21 Jahre in Tansania: das Land und seine Menschen wurden zu einem Teil ihres Lebens

Auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland ließ sie Matema nicht los. Im Jahr 2007 reiste sie erneut aus, vom Berliner Missionswerk als „Senior Expertin" an das Gästehaus der Konde-Diözese entsandt, das heutige „Matema Beach View Lutheran Centre". Dort half sie bei Renovierungen und beim Aufbau des Gästebetriebs mit und kümmerte sich um die Begegnung zwischen Gästen aus aller Welt und dem Dorf. Mit großem Eifer widmete sie sich daneben dem Aufbau eines kleinen Museums in Matema, für das sie historische Dokumente aus dem Archiv des Berliner Missionswerks zusammen trug. Sichtbares Zeichen ihrer Sorge um die Erinnerung an die gemeinsame Geschichte von Berlin und Matema.

In diesen Jahren beobachtete Verena Zietzke mit wachsender Sorge, wie gerade alte Menschen in Matema ohne Versorgung blieben: Die Abwanderung der Jungen, die Folgen von AIDS und der Zerfall der traditionellen Großfamilien ließen viele Ältere zurück – alleinstehend, krank und ohne Unterstützung. Diese Not ließ sie nicht los. Noch vor Ort gründete sie im November 2008 gemeinsam mit dem Pfarrer der Gemeinde, der Krankenhauspfarrerin und dem Leiter des Lutheran Centres ein Komitee, das die Bedürftigsten im Dorf aufsuchte und feststellte, wer welche Hilfe dringend brauchte. Zunächst 25 alleinstehende alte Menschen erhielten so Monat für Monat ein Paket mit Lebensmitteln. Ihrem Grundsatz blieb sie dabei treu: „Alte Menschen sollten, so lange wie möglich, selbständig bleiben." Wer gehen konnte, kam am 15. eines Monats in die Kirche von Ibungu, hörte eine kurze Andacht und erhielt sein Paket; den Blinden und Gebrechlichen brachte man die Pakete nach Hause.

Aus dieser Initiative entstand HUWAMA, „Huduma Wazee Matema“, die Altenhilfe in Matema. Das Projekt versorgt bedürftige ältere Menschen monatlich mit Lebensmittelpaketen, die Maismehl, Reis, Bohnen, Erdnüsse, Öl, Zucker, Salz, Tee und Seife enthalten. Sie sichern das Nötigste zum Leben, oft auch für die Enkelkinder, die bei ihren Großeltern aufwachsen. Das Berliner Missionswerk unterstützt HUWAMA weiterhin. Initiiert hat das Projekt Verena Zietzke, die sich auch aus der Ferne mit großem Engagement dafür einsetzte. Ihr Name bleibt mit Matema und der Hilfe für ältere Menschen untrennbar verbunden.

Verena Zietzke war eine Frau, die hinsah, wo andere wegsahen, und die anpackte, wo andere nur vom Helfen sprachen. Mit nüchternem Blick, großem Herzen und beharrlicher Geduld hat sie Leben bewahrt, Not gemildert und Brücken zwischen zwei Kirchen und zwei Kontinenten getragen. Wir gedenken ihrer mit Dankbarkeit und Trauer.

Wer ihrem Wirken ehren möchte, kann dies im Sinne Verena Zietzkes tun, indem er das Projekt HUWAMA unterstützt, dem sie ihren Namen und ihre Kraft gegeben hat. Mehr dazu unter www.berliner-missionswerk.de/huwama

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