Versöhnung nach den Folgen des Zweiten Weltkriegs
Im Rahmen der London-Berlin-Konferenz vom 9. bis 12. Oktober wurde am vergangenen Sonntag in Mariendorf ein Partnerschaftsvertrag zwischen der Evangelischen Kirchengemeinde Mariendorf und der Gemeinde St. Giles without Cripplegate unterzeichnet. Die Partnerschaft der beiden Kirchengemeinden erweitert die Beziehungen zwischen der Diocese of London und der EKBO, zwischen denen 1999 ein Partnerschaftsvertrag geschlossen worden war, um eine weitere Gemeindepartnerschaft. Barbara Hustedt, Landeskirchliche Pfarrerin für Ökumene und Weltmission, hat die Verbindung vermittelt und war vor Ort, um die Partnerschaftsarbeit des Berliner Missionswerkes zu vertreten.
Reverend Jack Noble, Pfarrer der Gemeinde St. Giles without Cripplegate sprach im Gemeindegottesdienst ein Grußwort. Pfarrer Roland Wicher hieß ihn in Berlin willkommen. Pfarrer Wicher war im September zuvor zu Gast in London, als die Gemeinde St. Giles das 60-jährige Jubiläum des Wiederaufbaus ihrer Kirche nach der Zerstörung durch Deutsche Bomber feierte. Bei diesem Anlass wurde der Gemeinde St. Giles without Cripplegate das Nagelkreuz verliehen. Beide Gemeinden gehören damit nun auch gemeinsam zur Nagelkreuzgemeinschaft. Das weltweite Netzwerk setzt sich für Frieden, Versöhnung und die Heilung historischer Wunden ein, wobei ein großer Fokus auf gelebter Vielfalt liegt.
Am Sonntagnachmittag wurde die London-Berlin-Conference im Martin-Niemöller-Haus in Dahlem fortgesetzt. Pfarrerin Dr. Cornelia Kulawik und Dr. Claudia Fröhlich, Leiterin des Hauses, führten die Gäste aus London und Berlin durch die Ausstellung, die an den Kirchenkampf in den 1930er Jahren und an den christlich motivierten Widerstand gegen die NS-Diktatur erinnert. Beim anschließenden Abendessen im Diakonieverein in Zehlendorf dankte Bischof Dr. Christian Stäblein den Anwesenden für den Austausch und bekräftigte seinen Wunsch, die Zusammenarbeit mit der Diocese of London auszubauen und zu vertiefen.