15. Coburg-Konferenz: Kirchen gemeinsam vor Herausforderungen

Dean Nicholas Frayling (Chichester), Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein (Berlin), Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner (Bayreuth), Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg). Foto: Michael Thein

Als unumstritten galt auf der Konferenz, dass christliche Gemeinden und Kirchen sich in einer Umbruchsituation befinden, wobei sich das Augenmerk der Teilnehmenden besonders auf die Herausforderungen und Möglichkeiten im Bereich von Caritas und Diakonie, Kirchenmusik und Kunst sowie der Seelsorge richtete. „Ich war zum ersten Mal bei der Coburg-Konferenz dabei und finde die Zusammensetzung außerordentlich spannend. In der Metropole Berlin muss die Kirche sicher noch mehr kämpfen, um gehört zu werden, als hier in Franken oder in Chichester. Dennoch ist mehr denn je deutlich, dass wir vor den gleichen Herausforderungen stehen. Ich hoffe sehr, dass wir die Chance darin sehen, und die Unterschiede, die uns trennen, dadurch zunehmend in den Hintergrund rücken“, betonte die Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein.

Ein besonderer Höhepunkt der Konferenz war das ökumenische Abendlob, das Erzbischof Dr. Ludwig Schick am Sonntag im Bamberger Dom zusammen mit den Delegationen feierte.

Die außergewöhnliche Konstellation der „Coburg-Konferenz“ hat ihren Ursprung in der Freundschaft zwischen Dietrich Bonhoeffer (1906-1945) und dem anglikanischen Bischof George Bell (1883-1958). Beide haben sich sehr für Frieden und Aussöhnung von England und Deutschland im und nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Die Bezeichnung „Coburg-Konferenz“ rührt vom ersten Treffen in der Nähe von Coburg im Jahr 1985 her, und ist eine späte Frucht der Weiterarbeit im Sinne von Bischof Bell zwischen dem anglikanischen Bistum Chichester, dem evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Bayreuth, der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und dem Erzbistum Bamberg.

Neben der „Coburg-Konferenz“ gibt es regelmäßige Treffen und Berührungspunkte der vier beteiligten Kirchen auch auf der Ebene der Priesterausbildung („Feuerstein-Konferenz“) und der Universitäten. Sehr lebendig zeigen sich ebenfalls die Kontakte zwischen Kirchengemeinden, Chören und Schulen.