75. Jahrestag: Bischof Bogusz fordert Widerstand gegen aggressive Staaten

Foto: Bischof Ryszard Bogusz (re.) mit dem Osteuropareferenten unseres Werkes, Wolfgang Iskraut.

Dabei scheut der Bischof aus Breslau (Wrocław) – einer Stadt, die im Zweiten Weltkrieg zu 80 Prozent zerstört wurde – nicht vor deutlichen Worten in Richtung Politik zurück. Die Europäische Union tue so, als wäre sie eine neutrale Schweiz. „Doch Europa ist keine Schweiz. Europa ist ein Kontinent, auf dem zwei blutige Kriege ausgebrochen sind. Als Menschen, die mit der Kirche verbunden sind, haben wir die Pflicht, wachsam zu sein und auf die Gefahren hinzuweisen, die unsere Völker bedrohen“, so der polnische Bischof in Berlin. „Als Kirchen sollten wir die führenden Politiker der Europäischen Union aufrufen, der aggressiven Politik einiger Staaten Widerstand zu leisten.“

Bogusz weiter: „Leider schweigt Europa heute wieder angesichts der aggressiven Politik des russischen Präsidenten. Europa duldet  eine abenteuerliche Politik, die evident die Souveränität anderer Staaten bedroht. Auch vor dem israelisch-palästinischen Konflikt und den tragischen Ereignissen im Irak verschließt Europa die Augen.“

Dass Krieg zutiefst unmenschlich ist und der Frieden „als kostbarer Schatz und als höchsten Wert“ betrachtet werden muss, das steht für den Bischof außer Frage. Und so ist es ihm besonders wichtig, gerade am 1. September, am Tag des deutschen Überfalls auf Polen und des Beginns des Zweiten Weltkriegs, in Berlin zu sein und hier ein Friedensgebet zu sprechen. Eingeladen vom Berliner Missionswerk zum Jubiläum, nimmt er die Chance wahr, gemeinsam mit Bischof Dr. Markus Dröge in einer Andacht in der Bartholomäuskirche in Berlin-Friedrichshain am 1. September an die gemeinsame Verantwortung für den Frieden zu erinnern.