Freude, Energie, Sprachkraft, Leidenschaft
Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Bartholomäuskirche und einem anschließenden Empfang im Missionshaus hat das Berliner Missionswerk am 16. Januar Pfarrerin Meike Waechter verabschiedet. Zahlreiche Kolleg:innen und Weggefährt:innen waren gekommen, um Abschied zu nehmen und auf gemeinsame Jahre zurückzublicken. Seit 2019 leitete Waechter den Gemeindedienst – mit „Freude, Energie, Sprachkraft, Leidenschaft und einem herrlichen Lachen“, wie Ulrike Menzel in ihrer Würdigung betonte. Nun wartet auf Meike Waechter eine neue berufliche Perspektive: Sie wechselt in die Kirchengemeinde Nord-Neukölln im Kirchenkreis Neukölln. Zuvor würdigte Ulrike Menzel, theologischer Vorstand der Samariteranstalten und Vorsitzende des Beirats Gemeindedienst, die Arbeit der vergangenen Jahre: das Jubiläum, das Engagement in der CBT, die neue Ausstellung. Auch Bischof Dr. Christian Stäblein verabschiedete Meike Waechter mit Blumen.
Im Mittelpunkt von Meike Waechters Predigt standen Worte aus dem Korintherbrief (1 Kor 13,12): „Jetzt sehen wir alles nur wie durch einen Spiegel und wie in rätselhaften Bildern; dann aber werden wir ‘Gott’ von Angesicht zu Angesicht sehen“. Dass sie die Neue Genfer Übersetzung wählte, sagt viel über Meike Waechter aus: Sie steht für eine Verbindung von hoher Textgenauigkeit und verständlicher Sprache – eine Haltung, die Waechters Wirken prägte und 2019 mit dem Schleiermacherpreis gewürdigt wurde.
„Wenn wir uns alle vor diesen Spiegel stellen“, so Meike Waechter in ihrer Predigt, „sehen wir ein unscharfes, aber vor allem ein buntes Bild. Dieses farbenfrohe Bild steht für mich für die vielfältigen Ideen, Impulse und Perspektiven, die unsere weltweite Kirche ausmachen. Wir lernen voneinander, reflektieren miteinander und lassen das Licht spielen und tanzen“. Diese Gedanken gab sie auch den Freiwilligen mit, die sie während ihrer Zeit im Werk begleitete: „ihr geht nicht, um jemanden zu helfen, das könnt ihr gar nicht, euch muss geholfen werden … Reflektiert, nehmt neue Perspektiven ein. Übt euch in Demut vor der Komplexität des Lebens“.
Dank kam unter anderem von Direktor Dr. Ulrich Schöntube sowie von den Menschen der Grußworte, die Waechters Wirken hervorhoben: Pfarrerin Dorothea Schulz-Ngomane aus Weißensee, Philipp Schröder, ehemaliger Freiwilliger in Talitha Kumi – der sich das Missionswerk noch kaum ohne Meike Waechter vorstellen kann – sowie Akademiedirektorin Dr. Friederike Krippner. Krippner betonte, der Titel der neuen Ausstellung mission:reflexion sei eine „überragend gute Überschrift“ für Waechters Arbeit: eine Arbeit, die sie mit „freundlicher Beharrlichkeit und der ihr eigenen Bescheidenheit“ ausgefüllt habe. Es war ein bewegender Nachmittag, geprägt von Dankbarkeit, Wertschätzung, vielen gemeinsamen Erinnerungen.