Das Thema Bildung hatte sich das Berliner Missionswerk von Anfang an auf die Fahnen geschrieben. Schon die ersten Missionare, die in die Ferne entsandt wurden, mussten ein Theologie-Studium absolvieren, das auch die alten Sprachen Hebräisch, Griechisch und Latein beinhaltete. Dies wurde später wichtig, weil sie durch ihre besonderen Kenntnisse oft in der Lage waren, die Sprachen der Völker, zu denen sie kamen, zu erkennen, zu analysieren und zu verschriftlichen. Oft schrieben sie das erste Wörterbuch und die erste Grammatik, sodass bis heute viele Sprachen den Missionaren ihre Schriftfähigkeit verdanken.
„Bildung ist uns Protestanten ein Herzensanliegen“, betont Direktor Roland Herpich im Hinblick auf die Tagung. „Wir bekennen uns zur Tradition der Reformation; wir kämpfen weltweit für Bildung, gerade auch der Mädchen und Frauen.“ Ganz konkret setzt das Werk dieses Ideal etwa in Talitha Kumi um, dem Schulzentrum in Beit Jala, das in Trägerschaft des Berliner Missionswerkes ist. Hier lernen rund tausend christliche und muslimische Schülerinnen und Schüler gemeinsam. Talitha Kumi bietet ihnen als deutsche Auslandsschule, die zudem im Januar noch als „Exzellente Auslandsschule“ ausgezeichnet wurde, die Möglichkeit, ein deutsches oder ein palästinensisches Abitur abzulegen.
Die Workshops der Ecumenical Academy finden im Berliner Missionswerk statt, zudem besucht die Gruppe die Evangelischen Schulen in Berlin-Neukölln und Neuruppin.
Die Tagung schließt am Freitag, 19. Oktober, mit der Übergabe einer gemeinsamen Erklärung an den Berliner Bischof Dr. Markus Dröge und Präses Sigrun Neuwerth.
Academy: Evangelische Bildung im Blick