„Aber die Menschen sind es gewohnt, zusammen zu feiern“, so Prof. Kades weiter. „Viele verstehen die Krankheit nicht. Und das gilt leider ebenso für die Christen in Ägypten. Auch sie kommen zusammen und feiern Gottesdienst. Jetzt haben wir wieder einen Fall eines Pastors, der sich angesteckt hat, weil er ohne jeden Schutz Corona-Kranke besucht hat.“
„Das größte Problem ist das Sozial- und Wirtschaftssystem. Viele Menschen erhalten einen Tageslohn. Sie können also nicht zuhause bleiben, weil sie dann kein Gehalt gezahlt bekommen und dann auch keine Lebensmittel kaufen können. Deshalb strömen tagtäglich die Menschenmassen auf die Straßen. Auch in der Nilsynode haben wir dieses Problem: auch bei uns ist es üblich, dass man nur bezahlt wird, wenn man auch am Arbeitsplatz erscheint. Und in Ägypten gibt es bei weitem nicht die Möglichkeiten z.B. für Home Office, wie diese etwa in Deutschland existieren. Natürlich ist es naiv zu glauben, Gott schütze vor dem Virus. Aber Gott hilft, wieder gesund zu werden. Wir erleben das immer wieder. Manchmal ist das wie ein Wunder.“
(zusammenfassende schriftliche Fassung: Pfr. Jens Nieper, Nahostreferent des Berliner Missionswerkes)
Ägypten: „Viele verstehen die Krankheit nicht“