Gemeinsam mit der Witwe Gudina Tumsas, Tsehay Tolassa, gedachte er des Kirchenführers. Begleitet wurden sie von den Töchtern Gudinas, Aster und Lensa. Lensa Gudina leitet heute die 1992 gegründete Gudina Tumsa Foundation, die vom Berliner Missionswerk unterstützt wird.
Lensa schreibt dazu: "Es war ein sehr bewegender Moment. Der Bundespräsident wusste gut Bescheid über das Schicksal unseres Vaters." Gauck versprach, das am Grabe begonnene Gespräch mit den Angehörigen Gudinas bei einem privaten Empfang fortzusetzen. Gudina Tumsa war von 1966 bis 1979 Pfarrer und Generalsekretär der Äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus , der äthiopischen Partnerkirche der EKBO.
Dieser Besuch am Grab hat große symbolische Kraft. Er gilt einem von einer sozialistischen Diktatur ermordeten Kirchenführer, dem Generalsekretär einer Kirche, die eine der wenigen wirklich demokratischen Institutionen in Äthiopien ist, die durch Wahlen legitimiert und vom Staat unabhängig ist. Hier liegt eine aufschlussreiche Parallele zu der SED-Diktatur, in der der damalige Pfarrer Joachim Gauck sich nicht angepasst hat und in Opposition war.