"Ich habe mit einem wichtigen Vertreter der Opposition, Merera Gudina, dem Vorsitzenden des Oromo Peoples Congress und des Parteienbündnisses MEDREK, gesprochen", so Dr. Kees weiter, "er hat sich dankbar gezeigt für die Resolution des EU-Parlaments. Aber er hat uns auch dringend gebeten, dass wir uns nicht mit der Veröffentlichung dieser Resolution zufriedengeben, sondern uns bei unserer Regierung für die Durchsetzung dieser Resolution einsetzen." Deshalb appelliert der Beirat Horn von Afrika des Berliner Missionswerkes jetzt mit einer <link https: www.change.org p>Online Petition an die Bundesregierung, die Militär- und Budget-Hilfe für Äthiopien einzufrieren, bis die äthiopische Regierung die Menschenrechte – vor allem die Meinungs- und Versammlungsfreiheit respektiert. Nach wenigen Tagen unterstützen bereits über 800 Menschen die Petition!
Deutschland unterstützt Äthiopien mit Militärhilfe und mit Haushaltszuschüssen. Die deutsche Bundesregierung unterstützt damit direkt die Unterdrückung der Oromo, den Krieg der äthiopischen Regierung gegen das eigene Volk, die Missachtung der Verfassung Äthiopiens und die vollständige Einschränkung der politischen Freiheiten und der Menschenrechte. Das Europäische Parlament hat am 21. Januar 2016 in einer <link http: www.europarl.europa.eu oeil popups>Resolution zur Lage in Äthiopien die äthiopische Regierung dringend und unmissverständlich aufgefordert, die von ihr unterzeichneten Menschenrechtserklärungen und die eigene Verfassung der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien vom 8.Dezember 1994 zu respektieren und zu praktizieren, insbesondere die Grundrechte und Grundfreiheiten, die Menschenrechte und die demokratischen Rechte.
Die äthiopische Regierung hat am 24. Februar 2016 alle kommunalen und regionalen Regierungen im Bundesland Oromia abgesetzt und die zivile Verwaltung durch das Militär ersetzt. Die Regierung Oromias ist faktisch machtlos und die föderale Verfassung Äthiopiens vollends außer Kraft gesetzt. Immer mehr, vor allem gut ausgebildete junge Leute verlieren die Hoffnung und verlassen das Land. Zuvor hatte die äthiopische Regierung einen "Masterplan" vorgelegt, der eine Ausweitung der Bundeshauptstadt Addis Abeba auf Kosten des Bundeslandes Oromia vorsieht. Er hat bereits zur gewaltsamen Vertreibung von Tausenden von Bauern und ihren Familien geführt und hätte bei konsequenter Umsetzung die faktische geographische Teilung Oromias zu Folge.
Dieser Plan hat seit November 2015 in Oromia zu zahlreichen Protest-Demonstrationen geführt; sie wurden von der äthiopischen Regierung unter Einsatz von Bundespolizei und Militär blutig niedergeschlagen. Mehr als 250 Menschen wurden getötet. Hunderte wurden verwundet, Tausende verhaftet - Jugendliche, Aktivisten, Journalisten, Intellektuelle, Oppositionspolitiker. Menschen riskieren ihr Leben, wenn sie gegen Vertreibungen, Enteignungen und gegen die gewaltsame Einschränkung der in der Verfassung verbrieften Versammlungs-, Demonstrations- und Meinungsfreiheit demonstrieren.