Äthiopischer Botschafter zu Besuch im Missionswerk und bei Bischof Dröge

Der Botschafter Äthiopiens in Deutschland, Fesseha Asghedom Tessema, mit Direktor Roland Herpich (Foto: Herzog)

„Unsere Partner in Deutschland sind wichtige Stützen im Kampf gegen die Armut“, so Fesseha Asghedom Tessema, Botschafter der Demokratischen Bundesrepublik Äthiopien. Das Berliner Missionswerk ist seit langem ein enger Partner der Äthiopischen Evangelischen Kirche Mekane Yesus (EECMY), die ein starkes Gewicht auf Bildungs- und Entwicklungsprogramme legt.
 Botschafter Fesseha Ashedom Tessema betonte, dass Äthiopien ein spirituelles Land sei, das den Glauben sehr ernst nehme und von religiöser Toleranz geprägt sei. „Auch die Diktatur konnte dem Glauben der Menschen keinen Einhalt gebieten“, so Botschafter Tessema. Der Botschafter betonte außerdem, dass in Äthiopien alle religiösen Gruppierungen kollektiv an der Lösung von Konflikten beteiligt seien. Die Kirchen spielen auch eine aktive Rolle in der Entwicklungsarbeit.

Der notwendige Ausbau der Infrastruktur erfordere das Engagement ausländischer Investoren, so Botschafter Tessema. In Äthiopien gebe es aber - im Gegensatz zu vielen anderen afrikanischen Ländern - kein „land grabbing“. Alles Land sei im öffentlichen Besitz; sowohl einheimische Bauern als auch ausländische Investoren könnten Land zwar pachten und nutzen, aber nicht verkaufen. Wie der Afrikareferent des Missionswerks, Dr. Reinhard Kees, ergänzte, kommt es vor allem darauf an, dass die Vergabekriterien und die finanzielle Abwicklung der Verpachtungen transparent sind: „Vor allem, wenn die äthiopische Regierung große Ländereien an Investoren vergibt“.

Zu diesem Thema wird das Berliner Missionswerk am 9. und 10. September 2011 eine eigene Tagung veranstalten. Unter dem Motto „Landrechte, Wasserrechte, Menschenrechte: Landpolitik in Äthiopien - Entwicklung oder Ausverkauf ?“ kommen sowohl Vertreter der Regierung als auch von Nichtregierungsorganisationen zu Wort. Weitere Informationen erhalten Sie beim Afrikareferat des Berliner Missionswerks unter der E-Mail r.kees@bmw.ekbo.de.