"Die Anspannung im Land war groß, und im Radio spielten sie nur noch militärische Trauermusik", so die rumänische Diplomatin. Sie hat die Tage, die sie als Elfjährige erlebte, noch gut in Erinnerung: "Alle wearen sehr angespannt, und dann kam die Meldung, dass die Ceaucescus geflohen seien". Dann begann der lange Weg zur Demokratie, der bis heute nicht völlig bewältigt sei. Ein Podium zum Auftakt der Friedensgebete versammelte ZeitzeugInnen: Superintendent i. R. Werner Krätschell, das Ehepaar Kleinau aus Pankow und die Politologin Dr. Anneli Ute Gabanyi, gebürtige Siebenbürger Sächsin.
In die Erinnerungen an 30 Jahre seit der friedlichen Revolution in der DDR und der Maueröffnung mischen sich auch andere Bilder, die uns mit unseren Partnergemeinden in Rumänien verbinden: Ab Mitte November 1989 wurde in Pankow vor der rumänischen Botschaft demonstriert, da sich die Lage auch in Rumänien zuspitzte. Einen Monat später begannen in Rumänien die Tumulte, die zur Absetzung von Nicolae Ceaucescu führten. „... und ich erinnere mich noch, wie wir in unserer Euphorie und D-Mark-Seligkeit jäh mit Bildern von Schießereien und Toten aus dem Land konfrontiert wurden, in dem wir soviel gewandert waren.“ (Heiko Lehmann, Kirchengemeinde Berlin-Friedrichshagen)
Am Abend des 15. Dezember 1989 fingen mit einer Versammlung vor einem Pfarrhaus in Temeswar/Timisoara die Unruhen an, die zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen im ganzen Land und zur Absetzung von Nicolae Ceaucescu führten. Am 22. Dezember 1989 wurden Nicolae und Elena Ceaucescu festgenommen, am 25. Dezember 1989 hingerichtet. Vielen sind die Bilder von damals, die wenige Wochen nach der Maueröffnung über die Medien auch Deutschland erreichten, noch deutlich vor Augen.
In Erinnerung an diese Tage des Umbruchs mit über 1.100 Toten – in Rumänien war es keine friedliche, sondern eine blutige Revolution – findet 30 Jahre danach an acht aufeinanderfolgenden Tagen, vom 3. bis 4. Advent 2019 jeweils um 18.30 Uhr ein Friedensgebet in Kirchengemeinden der EKBO statt, die durch Gemeindepartnerschaften oder anderweitig Rumänien verbunden sind. Dabei werden auch aktuelle Konfliktherde in den Blick genommen und ins Gebet getragen. In diesem Zeitraum wird auch in Rumänien in evangelischen Kirchengemeinden gebetet, die Partnerschaften zu Kirchengemeinden der EKBO haben oder sich der Region Berlin verbunden fühlen.
Friedensgebete in Kirchengemeinden der EKBO
- Montag, 16. Dezember, 18.30 Uhr, Stadtkirche St. Laurentius Berlin-Köpenick
- Dienstag, 17. Dezember, 18.30 Uhr, Dorfkirche Schönefeld (Kirchenkreis Zossen-Fläming)
- Mittwoch, 18. Dezember, 18.30 Uhr, Christophorus-Kirche Berlin-Friedrichshagen
- Donnerstag, 19. Dezember, 18.30 Uhr, Auferstehungskirche Berlin-Friedrichshain
- Freitag, 20. Dezember, 18.30 Uhr, Evangelische Kirche Rietschen (Kirchenkreis Schlesische Oberlausitz)
- Samstag, 21. Dezember, 18.30 Uhr, Dorfkirche Grüneberg (Kirchenkreis Oberes Havelland)
- Sonntag, 22. Dezember, 18.30 Uhr, Advent-Kirche Berlin-Prenzlauer Berg
Friedensgebete in der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien
- Montag, 16. Dezember, 19.30 Uhr , Evangelische Akademie Siebenbürgen (Winterkirche Neppendorf)
- Dienstag, 17. Dezember, 10.00 Uhr , Margarethenkirche Mediasch (mit Videobotschaft nach Berlin)
- Dienstag, 17. Dezember, 19.30 Uhr , Evangelische Kirche Wolkendorf (bei Kronstadt)
- Donnerstag, 19. Dezember, 19.00 Uhr, Evangelische Kirche Broos
- Freitag, 20. Dezember, 16.00 Uhr , Johanniskirche Hermannstadt
- Freitag, 20. Dezember, 19.30 Uhr, Schwarze Kirche Kronstadt
- Samstag, 21. Dezember, 19.30 Uhr, Evangelische Kirche Zeiden
- Sonntag, 22. Dezember, 10.00 Uhr, Evangelische Kirche Bukarest (im Rahmen des Gottesdienstes)
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