Verbindungen, die vor der Wende entstanden
Einmal im Jahr wird es rund um die Bartholomäuskirche in Kronstadt/Brașov besonders festlich: Dann feiern die evangelischen Gemeinden Siebenbürgens das Bartholomäusfest. In diesem Jahr war es zugleich ein Fest der Partnerschaft und der Verbundenheit über Grenzen hinweg. Schon am Vortag hatten Gemeindeglieder Hunderte Blumen zu Girlanden und kunstvollem Schmuck gebunden. Am Sonntag erstrahlte die ganze Kirche in bunten Farben – und war bis auf den letzten Platz gefüllt. Gemeinsam waren Direktor Dr. Ulrich Schöntube, Superintendent Uwe Simon und die Landessynodale Isabel Pawletta als Delegation der EKBO Gäste der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien.
Extra aus Hermannstadt/Sibiu war Bischof Reinhart Guib angereist. Denn vor neun Jahren war genau in dieser Kirche der Partnerschaftsvertrag zwischen der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien unterzeichnet worden. Doch die Verbindung reicht viel weiter zurück – auch in die Zeit vor der Wende, als unter schwierigen Bedingungen erste Kontakte entstanden.
In der Predigt wurde deutlich, was daraus geworden ist: Begegnungen, Bekanntschaften und Freundschaften, die über Jahrzehnte gewachsen sind. Besonders wurde dabei auch an die intensiven Verbindungen zwischen dem Oberen Havelland und Zeiden erinnert. Der Bischof sagte: „So wuchsen Bekanntschaften, Freundschaften und Partnerschaften, die bis heute bestehen. Das wird man wahrscheinlich noch den Kindern und Enkelkindern erzählen – wie es war sich zu besuchen, erste Kontakte zu haben, Hilfsgüter auszuteilen, aber auch einen Austausch auf gleicher Augenhöhe zu haben. Und das über Jahrzehnte hinweg. Wir sind Partner, nicht nur weil und Sprache und Kultur, Traditionen, Lieder miteinander verbinden, sondern vor allem auch, weil wir Christus, denselben Herrn, anbeten.“ Gemeinsam wurde gesungen, gebetet und Abendmahl gefeiert. Und danach setzte sich das Fest auf dem Kirchhof fort: bei traditionellem Essen, Tänzen und vielen Begegnungen.
Beim Abschied war deshalb auch schon das Wiedersehen im Blick: Zum zehnjährigen Jubiläum des Partnerschaftsvertrags sind die Partnergemeinden im kommenden Jahr zu einem Festgottesdienst mit Bischof Dr. Christian Stäblein nach Berlin eingeladen. Die Geschichte dieser Partnerschaft wird also weitergeschrieben – mit neuen Begegnungen, neuen Freundschaften und hoffentlich noch vielen gemeinsamen Festen.
Dank an Isabell Pawletta für diesen Bericht!
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