Weiterhin nicht gelöst sei der Konflikt mit der tansanischen Regierung über die Finanzierung der von den Kirchen getragenen Krankenhäuser. Die Regierung verlangt von den Krankenhäusern sozialmedizinische Dienstleistungen, ohne die dafür vertraglich zugesicherten Gelder zu überweisen. Bischof Mwakyolile bat Bischof Dröge, sich in dieser Sache um die diplomatische Unterstützung der deutschen Regierung zu bemühen. Er sprach dabei im Namen von 40 Bischöfen verschiedener Konfessionen, deren Diözesen im Süden Tansanias eng zusammenarbeiten. Nur durch die Unterstützung der ökumenischen Partner weltweit - darunter auch das Berliner Missionswerk – seien die Krankenhäuser noch in der Lage, ihren Betrieb aufrecht zu halten, sagte Mwakyolile.
Tags zuvor, am 31. Januar, hatte Bischof Mwakyolile im Tansania-Beirat des Berliner Missionswerks über die Situation in Tansania gesprochen. Die Evangelisch Lutherische Kirche Tansanias sei eine wachsende Kirche, so der Bischof. So seien gerade wieder zwei neue Diözesen entstanden und weitere seien geplant. Zugleich nähmen die Spannungen zwischen den Christen und den Muslimen Tansanias zu. Lokale Konflikte würden von islamistischen Kreisen geschürt, die nicht am friedlichen Zusammenleben der Religionen interessiert seien. Nun hoffe man, dass die Regierung zukünftig gegen die Fundamentalisten einschreite. Ein weiteres großes Problem sei das "Landgrabbing", die Vergabe großer Ländereien an ausländische Investoren. Aber in den betroffenen Ländern sehe man mittlerweile die damit einhergehende Gefahr. Die tansanische Kirche bereite für dieses Jahr eine erste Tagung zum Thema vor, so Bischof Mwakyolile.
Bischof Mwakyolile zu Besuch im Berliner Missionswerk