Corona: Die Menschlichkeit bewahren

Bischöfin Susanne Rappmann aus Göteborg, Bischof Wilson Sanga aus Tansania (Foto: Gerd Herzog)

In Tansania wurden ebenso wie in Deutschland zahlreiche Schritte unternommen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Schulen und Universitäten sind bis 17. April geschlossen. „Die Menschen leben in großer Angst und bemühen sich daher, die behördlichen Vorgaben einzuhalten“, schreibt Bischof Sanga von der Diözese South Central. „Aber es sind so viele Herausforderungen zu bewältigen! Wie begrüßt man sich jetzt – ohne einander die Hand zu geben? Und wie geht es weiter? Wir laden hier noch zu Gottesdiensten ein, aber die Gläubigen empfinden das zusehends als riskant.“

In der Diözese Iringa finden dagegen keine Gottesdienste mehr statt. „Es ist so traurig, so isoliert zu sei. Uns allen fehlt die Gemeinschaft im Gottesdienst“, betont Bischof Blaston Gaville. „Umso wichtiger ist es, im Gebet miteinander verbunden zu bleiben. Hier vor Ort und weltweit.“

Ähnlich die Meldungen aus Kuba. Im Land wurden bislang 40 Personen positiv getestet (Stand 24. März) – und die beengten Wohn- und Lebensverhältnisse vieler Familien lassen eine schnelle Verbreitung befürchten. Unsere Partnerkirche vor Ort klärt auf und spendet Trost: „Auch wir werden nun erst einmal die Gottesdienste aussetzen müssen“, bedauert Pfarrerin Liudmila Hernández.

In Äthiopien wurde am 13. März der erste Corona-Fall bestätigt. Die Mekane Yesus Kirche hat daraufhin einen „Monat des Gebets und des Fastens“ aufgerufen. „Nun ist es wichtig, dass alle Christinnen und Christen solidarisch miteinander bleiben.“

Solidarität, Verantwortung und gegenseitiges Füreinander-Einstehen fordern auch Bischöfinnen und Bischöfe in einer ökumenischen Erklärung der nordischen Kirchen ein: „Gegenwärtig werden unsere physischen und psychischen Grenzen durch die Ausbreitung des Coronavirus und die Flüchtlingssituation an den Außengrenzen Europas auf harte Probe gestellt. Unabhängig von politischen Überzeugungen sind wir nun alle gefragt,  Verantwortung zu übernehmen.“ Und weiter heißt es in dem Schreiben, das uns Bischöfin Susanne Rappmann aus Göteborg hat zukommen lassen: „Die Lasten sollten geteilt und gemeinsam getragen werden. Wenn wir hier scheitern, verlieren wir unsere Menschlichkeit.“

<link https: www.svenskakyrkan.se nyheter>Die Erklärung der nordischen Kirchen im Wortlaut (engl.)