Ermutigung zur Ökumene

Die Delegation in Lyon, geleitet von Dr. Solange Wydmusch (2. von li.), begleitet von Direktor Dr. Christof Theilemann (vorne, 4. von li.).

Diese „Église Protestante Unie de France“ ist eine Unionskirche aus Reformierten und Lutheranern und hat als Diasporakirche durch lange Zeiten hindurch gelitten. Im Französischen bezeichnen die Gemeindeglieder diese Zeit als "désert" (Zeit der Wüste). Erst seit der französischen Revolution sind die Protestanten in Frankreich gleichberechtigte Staatsbürger.

Die 15-köpfige Delegation lernte verschiedene Gemeinden in der Metropole Lyon kennen und machte sich mit den schwierigen Bedingungen des Lebens der protestantischen Kirche vor Ort vertraut. So sind die Gemeinden dort als Kultusvereine organisiert. Es gibt kein Mitgliedschaftssystem wie in Deutschland. Deshalb wird die Gemeindegliederzahl oft an Hand der zur Gemeinde gehörenden Familien geschätzt. Die Gemeinden liegen zum Teil sehr weit auseinander. Die Kirche finanziert sich ausschließlich aus den Spenden ihrer Mitglieder. Es fehlt an PfarrerInnen; an vielen Stellen übernehmen daher Mitglieder des Gemeindekirchenrates geistliche Rollen.

Dr. Theilemann: „Es zeigte sich, dass unsere beiden Kirchen mit ähnlichen Herausforderungen zu tun haben. Dazu gehören u. a. der interreligiöse Dialog, die Säkularisierung und die Frage der Erhaltung der Gebäude.“ Doch es gebe eine sehr erfreuliche Zusammenarbeit mit der römisch-katholischen Kirche und jüdischen und muslimischen Partnern in Frankreich. Dr. Theilemann weiter: „Die Protestanten in Frankreich stellen sich ihrer Diasporasituation mit Einfallsreichtum, Fröhlichkeit und einem großartigen Engagement, besonders auch der vielen Ehrenamtlichen. Wir wurden mit einer wunderbaren Gastfreundschaft und mit großer Offenheit empfangen. Das war eine Ermutigung zur europäischen Ökumene!"

Neben Dr. Solange Wydmusch und Missionsdirektor Dr. Christof Theilemann gehörte u.a. Konsistorialpräsident Dr. Jörg Antoine zur Delegation.