„Dankbar, dass wir dich jetzt bei uns haben“
Mit einem festlichen Gottesdienst ist Peter Dennebaum am 26. April als Pfarrer für die Mobile Beratung von Geflüchteten im Sprengel Berlin eingeführt worden. Zur Begrüßung der Gäste erinnerte Ulrich Schöntube, Direktor des Berliner Missionswerkes, an Dennebaums vielfältigen Lebensweg: „Dein Weg führte von Mainz über Tübingen, Hamburg nach Berlin.“ Seit dem Mai 2025 verstärkt er mit einer halben Stelle das Team von Matthias Puppe im Referat Migration/Integration.
Prägend für ihn seien Erfahrungen von Gastfreundschaft gewesen, die er auf Reisen durch das Heilige Land als Rucksacktourist gemacht habe. Für seine Einführung wählte Dennebaum den Bibelvers „Ihr sollt sicher wohnen!“ – ein Leitwort, das sich wie ein roter Faden durch den Gottesdienst zog.
Vor seinem Weg in den Pfarrdienst war Dennebaum unter anderem bei den Grünen, in der Wirtschaft sowie im Vikariat der United Church of Christ tätig und arbeitete anschließend in Hessen. „Wir sind dankbar, dass wir dich jetzt bei uns haben“, sagte Ulrich Schöntube.
Musikalisch begleitet wurde die Einführung unter anderem mit Konstantin Weckers „Ich habe einen Traum“ sowie Musik aus „Die wunderbare Welt der Amélie“, gespielt von Zakarya Mohammed, einem Kurden aus Syrien und ehemaligen Kirchenasylgast der Gemeinde Heilig Kreuz.
Im Gespräch mit Marita Lassny, Gründerin des Familiengartens der Gemeinde, wurde sichtbar, was Dennebaum besonders am Sprengel schätzt: gelebte Nachbarschaft. Seit fünf Jahren begegnen sich dort jeden Dienstag Menschen unterschiedlichster Herkunft bei Kaffee, Kuchen, gemeinsamem Kochen und Essen. Rund 50 Menschen aus Syrien, dem Iran, der Ukraine, Russland, dem Sudan und Mali kommen regelmäßig zusammen. Lassny selbst floh einst aus der DDR und weiß aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, die vertraute Umgebung verlassen zu müssen.
Seine Predigt begann Peter Dennebaum mit einem Gang durch die Stuhlreihen. Nah bei den Menschen, wie immer. Ausgehend von Ezechiel 34,25–31 sprach er über die Bedeutung sicheren Wohnens: über eine eigene Wohnung, ein Nest, das Schutz und Heimat bietet. Zugleich erinnerte er daran, dass viele Geflüchtete diese Sicherheit nicht erleben. Die Verheißung „Ihr sollt sicher wohnen“ sei deshalb auch ein Auftrag: solidarisch zu leben und Verantwortung füreinander zu übernehmen.