Bisher hat sie Ökumene vorwiegend als Gedankengebäude kennengelernt. An der Humboldt-Universität, wo sie bei Professor Feldtkeller ihren Master in Religions- und Kulturwissenschaften macht. Thema wird die chinesische Auslandgemeinde sein, die sich in der Wilmersdorfer Hohenzollernkirche trifft. Für den Master kam sie vor zwei Jahren aus Peking nach Berlin, nachdem sie dort Englisch und Deutsch studiert hatte. Geboren wurde Frau Yu in Nanking; aufgewachsen ist sie in der Siebenmillionenstadt Hangzhou, in der Nähe von Schanghai.
Sie hatte Dr. Theilemann anlässlich des ersten gemeinsamen Gottesdienstes der ostasiatischen Gemeinden in Berlin kennengelernt, der im Mai in der Hohenzollernkirche stattfand. Auch für sie war dieser Gottesdienst ein bewegendes Erlebnis und sie schätzt das Gemeindeleben nicht nur, weil es ihr spannende Feldstudien erlaubt. Sondern sie sieht sich auch als Teil der Gemeinschaft. „Die Migrantenkirche spielet eine große Rolle im Leben ihrer Mitglieder“, sagt Frau Yu.
Berlin sei im Vergleich zu den asiatischen Metropolen viel weniger hektisch, meint Frau Yu. Aber die Stadt sei „vibrant“, aufregend, mitreißend, und mixt an dieser Stelle ihr fließendes Deutsch mit perfektem Englisch. „Berlin ist nicht nur eine Stadt, sondern ein Teil der Welt“: offen, vielfältig. Überall würde man alle möglichen Sprachen hören. Anders als etwa in Peking, wo selten jemand etwas anderes als chinesisch spricht. „Berlin biete jedem genug Raum, seine eigene Identität zu finden – und zu leben“, sagt Frau Yu.
Frau Yu will im Missionswerk erleben, "wie Ökumene funktioniert"