Jasper ist bereit, sich ins Abenteuer zu stürzen. Ein Jahr lang wird er die Belegschaft im Lutherischen Krankenhaus Itete im Süden Tansanias unterstützen. Das steht dort, wo Ende des 19. Jahrhunderts eine der ersten Missionsstationen der Berliner Mission in Ostafrika gegründet wurde. Ein bisschen weiß er auch schon, was ihn erwartet: ein einfaches Quartier mit Hock-Toilette, Ugali (Maisbrei) mit Bohnen und die Einsamkeit der Berge. Und natürlich die Arbeit im Krankenhaus, mit 120 Betten einem der größten Krankenhäuser in der Region Mbeya, das unverzichtbar für die Grundversorgung der dortigen Landbevölkerung ist.
Jasper ist einer von 14 jungen Menschen, die in diesen Wochen ihren in der Regel einjährigen Freiwilligendienst mit dem Berliner Missionswerk begonnen haben. Vier von ihnen unterstützen den Unterricht an der vom Missionswerk getragenen evangelischen Schule Talitha Kumi in Palästina; vier arbeiten in verschiedenen Einrichtungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Tansania mit (Huruma-Straßenkinderzentrum, Itamba Secondary School, Matema Kindergarten und Itete Lutheran Hospital): drei gehen nach Südafrika (Diakoniezentrum iThemba Labantu in Kapstadt und Kindergarten in Seshego bei Polokwane), zwei nach Kuba, und eine Freiwillige, und das ist ein Novum beim Missionswerk, ist für ein halbes Jahr nach Androssan in Schottland ausgereist, wo sie an einer Schule für lernbehinderte Kinder mitarbeiten und die Kinderarbeit einer Kirchengemeinde unterstützen wird.
Wer als Freiwillige/r des Berliner Missionswerks entsandt wird, hat sich bereits zu Schulzeiten kirchlich und sozial engagiert. So auch Jasper. Jasper hat das Evangelische Gymnasium in Hermannswerder besucht, ein Praktikum in einem Altersheim und einer Suppenküche gemacht und in einem Theaterprojekt mit Behinderten gearbeitet. Annalene, die ein Jahr in Talitha Kumi verbringen wird, hat in ihrer Kirchengemeinde Konfirmanden und Jugendgruppen betreut. Auch Anne, die in Iringa in Tansania mit Kindern des Huruma-Straßenkinderzentrums arbeiten wird, kann dort ihre Erfahrungen als Teamerin in ihrer Heimatgemeinde Alt-Lankwitz einbringen. Darüber hinaus hat sie sich auch theoretisch in einer Hausarbeit mit der Partnerschaft ihrer Gemeinde nach Südafrika beschäftigt.
Ein Freiwilliges Jahr mit dem Berliner Missionswerk zu machen, dafür gibt es viele Gründe. Annalenes Neugier auf Palästina wurde durch ihren Vater geweckt, der im Rahmen der internationalen Begegnungsarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche Oldenburg öfters nach Israel und Palästina gereist war. Sie möchte später Grundschullehrerin werden, und dafür ist die Arbeit in Talitha Kumi eine gute Vorbereitung. Hendrik , ebenfalls Talitha-Kumi-Freiwilliger, bringt palästinensische Wurzeln, den Berufswunsch Diakon, Interesse am israelisch-palästinensischen Konflikt und Gitarren-, Klavier- und Basketball-Erfahrungen mit. Julian, Kuba-Freiwilliger, interessiert besonders „die Mentalität der Menschen, die Zukunft des Sozialismus und die Sprache Spanisch".
Jasper ist zudem inspiriert vom Vorbild des großen Bruders, der vor vier Jahren einen Freiwilligendienst beim Berliner Missionswerk gemacht hat. Als Jasper ihn während dieser Zeit besuchte, fand er, dass dieser richtig „aufgeblüht“ sei. „Ich habe bei ihm eine Entwicklung gespürt und gemerkt, dass ich das auch machen möchte", erzählt Jasper.
Alle Freiwilligen haben eine gründliche Vorbereitungsphase durchlaufen. Wie gehe ich mit Armut und Gewalt um? Was muss ich über Aids wissen? Wie bewältige ich den Kulturschock? Solche Fragen wurden auf vier Vorbereitungsseminaren ebenso behandelt wie die Zusammensetzung des Reisegepäcks, ob frau in Tansania Hosen tragen darf oder welche Malaria-Prophylaxe zu empfehlen ist. Da persönliche Erfahrung über trockene Theorie geht, haben hier viele ehemalige Freiwillige über ihre Erlebnisse berichtet. Das kommt an, besonders wenn es um solch sensible Themen wie die Liebe geht.... In Rollenspielen mit Mitarbeitern und Ehemaligen konnten die neuen Freiwilligen zudem ihre Fähigkeit im Umgang mit brenzligen Situationen testen.
Nun kann es losgehen mit der Arbeit. In Entsendegottesdiensten wurden die Freiwilligen gesegnet und von ihren Gemeinden verabschiedet. Wir sind gespannt, was sie in den nächsten sechs bis zwölf Monaten zu berichten haben werden.
Für den Freiwilligen-Jahrgang 2012/13 beginnt in Kürze das Auswahlverfahren: <link>Hier gibt´s Informationen >>
Freiwilligenprogramm: Ein spannendes Jahr beginnt