Friedlicher Protest gegen Mauer im Westjordanland

Christen, Juden und Muslime bei der Demonstration in Beit Jala (Foto: Rupert Neudeck)

Die Protestaktionen wurden von den „Abrahamskindern“ organisiert, einer Gruppe von Christen und Muslimen, die sich in der evangelisch-lutherischen Gemeinde von Beit Jala treffen. Sie wurden von einem starken Polizei- und Militäraufgebot von israelischer Seite begleitet. Sicherheitskräfte hinderten eine Delegation daran, palästinensische Dörfer zu besuchen.

 

Ohne Zwischenfälle konnte am 7. Juli eine Begegnung zwischen Demonstrationszügen aus Beit Jala und von der israelischen Seite stattfinden. Die 150 Teilnehmer von der palästinensischen Seite, Christen, Muslime, Palästinenser und Ausländer – darunter viele Deutsche –, trugen Kerzen und Brote als Symbole für das Licht der Welt und das Leben. Sie trafen an einem Grenzzaun auf ca. 60 Israelis, die rote Rosen in den Händen hielten. Durch den Zaun wurden Rosen, Brote und Kerzen ausgetauscht. 

 

Am 9. Juli zogen 1200 Menschen durch Beit Jala und versammelten sich zu einer Abschlusskundgebung in dem Stadion der orthodoxen Kirche. An der Demonstration nahmen unter anderen der Großmufti von Hebron, Taisir el Tamimi, der Bischof der Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und dem Heiligen Land, Munib Younan,  Rabbi Arik Asherman (Rabbis for Peace) und der Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schroeter teil, der während seines Besuchs ein Kooperationsabkommen zwischen Jena und Beit Jala unterzeichnet hat, das zu einer Städtepartnerschaft führen soll.

An dem Tag der Demonstration jährte sich zum fünften Mal das Urteil des Internationalen Gerichtshofs von Den Haag zur Resolution 194 der UN-Generalversammlung. In dem Urteil wurde unter anderem der Abriss der Mauer und die Aufgabe der israelischen Siedlungen gefordert.