"Der Sport bietet die einmalige Möglichkeit, nicht nur miteinander über Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu reden, sondern sich auf einer anderen Ebene zu begegnen und Vertauen aufzubauen", so die pröpstin weiter. Zuvor hatte die Pröpstin gemeinsam mit zahlreichen engagierten Zuschauern eine Partie gesehen, in der es stets fair zuging. Die Pfarrer hatten letztlich mehr Glück im Abschluss. "Wahrscheinlich müssten wir mehr trainieren", lächelte der verletzte Kapitän der Imame, Abdul Asim Kamouss. Auch sein Gegenüber Roland Herpich, Direktor des Berliner Missionswerkes, wollte das Ergebnis nicht allzu hoch hängen: "Das Spiel ist hier wichtig; der Sport ist wichtig. In den vergangenen sechs Jahren haben sich durch das gemeinsame Fußballspiel viele persönliche Kontakte ergeben." Mit dem Spiel wollten beide Seiten ein Zeichen setzen: „Wir wollen zeigen, dass das Miteinander der Religionen uns alle bereichert; dass wir einander Achtung und Respekt zollen." Auch wenn anderswo in der Welt Christen und Muslime im Streit miteinander liegen, so wollten die Berliner Pfarrer und Imame deutlich machen, dass sie sich gemeinsam für eine friedliche Welt einsetzen.
Ein Zeichen setzen: Das taten beide Mannschaften auch, indem sie die Partie in die Hände eines jüdischen Schiedsrichters gaben. Auch für Daniel Schnapp vom jüdischen Verein TuS Makkabi war es etwas Besonderes, das Spiel in Wilmersdorf zu pfeifen. Und für Burhan Kesici von der Islamischen Föderation steht fest: "Mit dem gemeinsamen Fußballspiel haben wir die Basis stärker erreicht als mit vielen interreligiösen Gesprächen." Dass es im nächsten Jahr ein siebtes Spiel Pfarrer gegen Imame geben wird – für die Akteure ist das keine Frage.
Veranstalter der diesjährigen Begegnung waren der Ökumenische Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB), das Berliner Missionswerk, die Initiative Berliner Muslime, die Islamische Föderation in Berlin sowie die britische Botschaft.
Fußballer setzen Zeichen für Toleranz