Zuvor bereits hatte Dr. Christof Theilemann in einem Brief an Bischof Ibrahim Azar die Solidarität und Anteilnahme des Berliner Missionswerkes mit den Partnern im Heiligen Land betont. Mit Schrecken und Sorge habe er die Eskalation der Ereignisse im Frühjahr verfolgt, so Dr. Theilemann. Die Mitarbeitenden des Berliner Missionswerkes hätten in den Tagen des Krieges an die Menschen in den palästinensischen Gebieten und in Israel gedacht und sie in ihre Gebete eingeschlossen.
Dr. Theilemann sprach in seinem Brief auch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten an, denen sich die Partnerkirche im Heiligen Land gegenüber sieht. Er freue sich, dass die ELCJHL den Weg zu ihrer wirtschaftlichen Stabilisierung weiter gehe und gehen will. „Das ist fraglos eine besondere Herausforderung in Pandemiezeiten, in der auch die Partner Einschränkungen erleben und wir alle die ökonomischen und gesellschaftlichen Folgen noch gar nicht wirklich abschätzen können“, so Dr. Theilemann.
Die ELCJHL ist die einzige evangelisch-arabische Kirche in Palästina. Seit der Gründung des preußisch-anglikanischen Gemeinschaftsbistums in Jerusalem 1841 waren deutsche Protestanten im Heiligen Land präsent. Sie engagierten – und engagieren – sich vor allem in der Bildung. Aus dieser Arbeit entstanden mit der Zeit arabische Gemeinden, die 1959 als ELCJHL unabhängig wurden. Seitdem ist die Kirche mit dem Berliner Missionswerk verbunden; seit 2007 besteht zudem ein Partnerschaftsvertrag mit der EKD.
Die ELCJHL hat zurzeit etwa 2.200 Mitglieder in sechs Gemeinden: Jerusalem, Bethlehem, Amman, Ramallah, Beit Jala und Beit Sahour. Sie werden von sieben Pastoren betreut, an deren Spitze seit 1979 ein arabischer Bischof als geistlicher Leiter der Kirche steht.