Internationaler Tag gegen rassistische Diskriminierung

Rassimus stoppen.

Zentrales Anliegen

Der 21. März ist der „Internationale Tag zur Überwindung von rassistischer Diskriminierung“. Weil das auch der Kirche ein zentrales Anliegen ist, wurde die Projektstelle „Rassismuskritische Maßnahmen in der EKBO“ geschaffen und als Stabsstelle im Berliner Missionswerk angesiedelt.

Das Datum geht auf den 21. März 1960 zurück als Tausende Menschen Gebrauch von ihren Menschenrechten in Sharpeville in Südafrika machten. Sie demonstrierten gegen das Apartheidregime, die ungerechten Passgesetze und für gleiche Rechte. Die Demonstration endete in einem blutigen Massaker. Die Polizei schoss in die wehrlose Menge. Menschen starben, Unzählige wurden schwer verwundet.

Rassismus ist strukturell verankert: im Alltag, in Routinen, Handlungsmuster, in Positionierungen, Entscheidungslogiken und Wissensbeständen. Es geht nicht nur um individuelles Fehlverhalten Einzelner. Sondern es stellt sich immer wieder die Frage nach den dahinterliegenden Strukturen. „Der rassistische Sprachgebrauch und Diskurs belasten das gesellschaftliche Miteinander und zerstören den Traum ‚das Ökumenische Haus gemeinsam aufzubauen und die Erde als ökumenische Herberge für uns Allen zu verstehen‘. Heute erleben wir, wie der Artikel 1 des Grundgesetzes, unsere Menschenrechte sowie demokratische Grundrechte relativiert und infrage gestellt werden. Die Unverletzlichkeit und die Würde jedes Menschen müssen unsere gemeinsamen täglichen Referenzrahmen sein“, sagt Brigitte Lawson. Sie leitet seit März dieses Jahres die Stabstelle „Rassismuskritische Maßnahmen in der EKBO“ im Berliner Missionswerk.

Ein zentrales Ergebnis der Studie des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt „Rassismus in deutschen Institutionen und institutioneller Rassismus in Deutschland“ lässt sich so zusammenfassen: Rassismus ist in deutschen Institutionen strukturell angelegt und führt zur Benachteiligung und Diskriminierung verschiedener Minderheiten. In der Studie wird Rassismus als Macht-Wissen-Praxis-Komplex verstanden: individuell: Vorurteile und diskriminierende Handlungen, institutionell: Routinen, Vorschriften, Gesetze und Ermessensspielräume, strukturell: historisch gewachsene Ungleichverteilung von Rechten und Ressourcen: All das greift ineinander. Auf landeskirchlicher Ebene hat die EKBO das Ziel, Strukturen zu transformieren und macht sich auf dem Weg einer rassismuskritischen Kirche. Die Landessynode hatte 2023 beschlossen die aktive und selbstkritische Auseinandersetzung mit Rassismus innerhalb der EKBO zu fördern.

„Alle Menschen sind gleich vor Gott. Davon bin ich überzeugt“, sagt Barbara Hustedt, stellvertretende Direktorin des Berliner Missionswerkes, „und ich möchte, dass alle Menschen die Erfahrung machen können, dass der Satz stimmt. Oft verletzen wir, oft befördern wir Rassismus, ohne uns dessen bewusst zu sein. Die internationalen Wochen gegen Rassismus helfen uns, sensibel zu werden füreinander. Deshalb danke ich allen Akteurinnen und Akteuren für ihr Engagement.“. Dr. Martin Frank, Afrika-Referent des Berliner Missionswerkes, ergänzt: „Weil nur so eine gemeinsame Zukunft möglich ist, in der wir alle unsere menschliche Würde wiedererlangen, als weltweites ökumenisches Netzwerk tagtäglich miteinander kommunizieren, agieren und uns engagieren.“

Antirassismusarbeit stellt die Perspektiven, Stimmen und Forderungen der von Rassismus Betroffenen in den Mittelpunkt. Der Pass darf eben nicht der edelste Teil eines Menschen sein: In einem berühmten Zitat aus den „Flüchtlingsgesprächen“ von 1940/41 macht Bertolt Brecht die Absurdität und existenzielle Bedeutung von Ausweisen für Geflüchtete und Staatlose deutlich.

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus finden vom 16. bis 29. März 2026 statt. An vielen Orten der EKBO engagieren sich Menschen und richten Veranstaltungen, Workshops, Begegnungen, Lesungen, Gottesdienste etc. aus. Seien Sie ein Teil davon. Alle Infos und Termine dazu finden Sie hier >>

Mit verletzter Menschenwürde und der Hoffnung auf Gerechtigkeit hat auch der Wochenpsalm zu tun, von dem der heutige 5. Sonntag der Passionszeit seinen Namen hat: „Judika“. Die Gottesdienstbausteine des Zentrums Ökumene regen dazu an, die Texte und Schwerpunkte des Sonntags Judika (5. Sonntag in der Passionszeit) mit dem Anliegen der Internationalen Wochen gegen Rassismus in Verbindung zu bringen. In der Passionszeit machen wir uns bewusst, wie Jesus durch seinen Dienst und seine Hingabe Ungerechtigkeit und Ausgrenzung erfahren hat.

Möchten sie sich rassismuskritisch engagieren? Richten Sie Ihre Fragen und Ihr Anliegen an die Stabstelle „Rassismuskritische Maßnahmen in der EKBO“ im Berliner Missionswerk und an die Studienleitung „Leben in Vielfalt“ im Amt für kirchliche Dienste der EKBO.

Projektstelle „Rassismuskritische Maßnahmen in der EKBO“ im Berliner Missionswerk
Brigitte Lawson
E-Mail: brigitte.lawson@bmw.ekbo.de
Tel. 030 24344 156

Studienleitung “Leben in Vielfalt” im Amt für kirchliche Dienste
André Becht
a.becht@akd-ekbo.de
mobil +49 170 2296 610