Irak: Religionen sollen dem Frieden dienen

Von links: Ahmed Al-Helu, Übersetzer in der irakischen Botschaft, Direktor Dr. Christof Theilemann, Sayyid salih Al-Hakem, Sprecher Seiner Eminenz, Seine Eminenz Sayyid Riadh Al-Hakeem und Dr. Andreas Goetze, landeskirchlicher Pfarrer für den Interreligiösen Dialog.

Es sei wichtig, ergänzte Dr. Goetze, dass wir Räume zur Begegnung schaffen: „Wir wissen sehr wenig über die vielfältigen Strömungen im Islam wie z. B. die schiitischen Richtungen und deren spirituellen und theologischen Grundlagen“. Seine Eminenz Sayyid Riadh Al-Hakeem ist ein angesehener Gelehrter in der für Schiiten heiligen Stadt Najaf im Irak. Für einen Kurzbesuch kam er zusammen mit Sayyid salih Al-Hakem, dem Sprecher Seiner Eminenz, und Ahmed Al-Helu, Übersetzer in der irakischen Botschaft, nach Berlin. Neben dem Besuch beim Berliner Missionswerk hatten die Gäste aus dem Irak Treffen im Auswärtigen Amt sowie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die Schiiten bilden mit ca. 10 bis 15 Prozent der Muslime nach den Sunniten die zweitgrößte Gruppe im Islam. Ihr Name leitet sich von Schi’at Ali ab, der „Partei Alis“, des Schwiegersohns Muhammads. Eine Mehrheit der frühen Muslime entschied sich nach dem Tod Muhammads für charismatische Persönlichkeiten aus dem Umfeld des Propheten als dessen Nachfolger. Eine andere Gruppe beharrte darauf, dass nur Ali, der Schwiegersohn Muhammads, für diese Aufgabe infrage käme. Schiitische Muslime sind vor allem in Irak, Iran, Bahrain und im Libanon ansässig. Die irakischen Schiiten wurden während der Herrschaft Saddam Husseins diskriminiert und verfolgt, in den letzten Jahren wurden Tausende von ihnen vor allem durch Al-Qaida und dem sogenannten „Islamischen Staat“ (ISIS) ermordet.