Diese Konstellation habe Auswirkungen auf die Wirtschaftsmacht Japan, die sich einerseits durch diese Entwicklungen herausgefordert sehe, die aber zugleich nach der Dreifachkatastrophe von 2011 noch mit ihrem Selbstverständnis ringe. In dieser Situation bestehe freilich die Gefahr, dass die 1947 in Kraft getretene Verfassung durch nationalkonservative Kräfte in wesentlichen Punkten (Artikel 9 und 96) zunächst uminterpretiert und später so geändert werden könnte, dass zentrale Kriterien eines Rechtsstaates nicht mehr erfüllt würden. Auch seien nach wie vor die in Deutschland mit dem Begriff "Energiewende" bezeichneten Konsequenzen aus der Reaktorkatastrophe von Fukushima nicht gezogen worden.
Deshalb sei es nötig, dass sowohl die japanische Bevölkerung als auch Menschen außerhalb Japans sich dieser Gefahren bewusst würden und für die Rechtsstaatlichkeit Japans, für eine freiheitliche und die Rechte des Individuums beachtende Erziehungspolitik sowie für ein Umdenken in der Energiepolitik einträten. "Wir brauchen in all diesen Dingen viel mehr zivilgesellschaftliches Engagement", schloss der Professor seinen Vortrag vor zahlreichen Zuhörern, von denen ein Teil selbst aus Japan, Korea oder China stammte. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Debatte, die vom Ehrenvorsitzenden der Deutschen Ostasienmission, Pfarrer Paul Schneiss (Heidelberg), moderiert wurde.
Japanischer Friedensforscher fordert mehr zivilgesellschaftliches Engagement