Aus der Partnerschaft zur Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) und zum Berliner Missionswerk habe die koreanische Kirche viel Kraft schöpfen können in den schwierigen Zeiten, in denen die Christen im Land unterdrückt wurden. Vor allem die "Presbyterian Church in the Republic of Korea (PROK)" und die Katholiken hatten damals gegen die Schrecken des Regimes protestiert und gegen die Regierung Position bezogen. Die Folge waren Bespitzelungen und Verhaftungen. Wer im Gottesdienst "ein falsches Wort" sagte, musste damit rechnen, dass wenig später Sicherheitsleute an seiner Tür klingelten.
Die PROK ließ sich davon nicht einschüchtern. Sie kümmerte sich um Studenten, die
Demonstrationen initiiert hatten und deswegen die Universität verlassen mussten. Sie nahm sich der Menschen an, die unter dem Regime litten und nach Verhaftung und Entlassung sich schwer taten, wieder Fuß zu fassen. In den Abendstunden bot sie den Kindern, deren Eltern verhaftet worden waren und die tagsüber Zigaretten verkaufen mussten, um die Familie zu ernähren, Unterricht in den kirchlichen Räumen an.
Unter dem Regime und den wirtschaftlichen Verhältnissen litten auch die Bauern, die vom Verkauf ihrer Erzeugnisse kaum mehr leben konnten. Sie zogen in die Stadt, fanden hier aber keine besseren Bedingungen vor. Es gab zu wenig Arbeitsplätze, keinen Wohnraum und keine ausreichende medizinische Versorgung. "Wer tatsächlich Arbeit in einer Fabrik fand, bekam für bis zu 18 Stunden am Tag nur einen mageren Hungerlohn." Rund um die Städte entstanden Slums, in denen die Menschen unter unwürdigen Bedingungen lebten.
"Unsere Kirche hat aus dem christlichen Glauben heraus gegen die sozialen Ungerechtigkeiten und die Unterdrückung gekämpft. Wir haben viel von den deutschen Christen und Dietrich Bonhoeffer gelernt", so Bae. Er hoffe, dass das enge Verhältnis zu den deutschen Kirchen auch in Zukunft Bestand haben werde. Für die Christen in Korea sei der Austausch mit Christen aus Übersee ungemein wichtig. Ganz konkret sprach Bae die nächste Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen an, die im Herbst 2013 in Busan in Korea stattfindet. "Wir wollen dort die heutige Situation Koreas thematisieren und die Unterzeichnung eines Friedensvertrags fordern. Dabei hoffen wir auf deutsche Unterstützung."
Bischof Dr. Markus Dröge nahm den Faden auf und erinnerte an die Zusammenkunft mit Tae-Jin Bae in Berlin vor wenigen Monaten. Guten Kontakt gebe es in Berlin vor allem zur koreanischen Han In-Gemeinde in Moabit, aber auch zu anderen koreanischen Gemeinden. "Bei einem Gottesdienst in der Marienkirche haben wir gemeinsam Fürbitte für die Menschen in Korea gehalten. Das hat mich sehr bewegt", so der Bischof. "Ich glaube, dass Segen auf dieser Partnerschaft liegt und weiter liegen wird."
Zum Zeichen der Verbundenheit überreichte er zum Abschluss gemeinsam mit Direktor Roland Herpich und Ostasienreferent Dr. Christof Theilemann dem Generalsekretär der PROK die Kopie eines alten Kupferstichs, der das Berliner Missionshaus und das heutige Evangelische Zentrum zeigt.
Korea: Dank für Unterstützung in Zeiten der Militärdiktatur