In den Entwicklungsländern hängen Landkonflikte und Ernährungssicherheit eng zusammen, das ist nicht neu. Neu ist, dass Länder mit schwachen staatlichen Strukturen seit einigen Jahren zu bevorzugten Zielen für Landkäufe im großen Stil werden. Ausländische Investoren nehmen dabei wenig Rücksicht auf gewachsene Strukturen, wie Roland Herpich ausführte. „Die Rechte zur Landnutzung nach alter Tradition werden oft missachtet, häufig werden auch andere Menschenrechte mit Füßen getreten“ so der Direktor des Missionswerks.
Niemand bestreitet, dass in vielen Teilen der Welt Investitionen in die Landwirtschaft notwendig seien, so Herpich weiter: „Aber wie sollen solche Investitionen aussehen, damit sie Konflikte nicht verschärfen, sondern überwinden?“. Diese Frage richte sich an uns alle: als Konsumenten von Fleisch- und Milchprodukten, als Autofahrer, als Bürger und Bürgerinnen mit entwicklungspolitischem Einfluss – oder als Geldanleger.
Das Berliner Missionswerk, das sich seit 1834 in Afrika, Asien und anderen Teilen der Welt engagiert, wird am 9. und 10. September eine eigene Tagung zum Thema veranstalten: „Landrechte, Wasserrechte, Menschenrechte: Landpolitik in Äthiopien - Entwicklung oder Ausverkauf?“. Es kommen sowohl Vertreter der Regierung als auch von Nichtregierungsorganisationen zu Wort. Weitere Informationen erhalten Sie beim Afrikareferat des Berliner Missionswerks unter der E-Mail r.kees@bmw.ekbo.de.
„Land ist Leben“: Direktor Roland Herpich spricht Grußwort auf Veranstaltung von Evangelischem Entwicklungsdienst (EED) und Brot für die Welt