Landessynode trägt Missionswerk-Blau

So fern und doch so nah: Roland Herpich sprach über die Anfänge der Berliner Mission. (Fotos: Gerd Herzog)

„Man braucht viel Mut, wenn man mit 18, 19 Jahren alles zurücklässt und in eine fremde Welt aufbricht“, blickte Clemens Schöps, einer von rund 400 Freiwilligen, die das Berliner Missionswerk seit 1970 entsandt hat, auf sein eigenes Jahr in Kuba zurück. Gemeinsam mit den sieben anderen jungen Erwachsenen auf dem Podium war er sich einig, den eigenen Blick geweitet, sich selbst neu entdeckt und sehr viel für seinen weiteren Lebensweg gelernt zu haben. „Wer nach einem Jahr in Tansania, Südafrika, Kuba, Palästina oder wo auch immer zurückkehrt, der bringt viele Erfahrungen mit und wird zugleich zum Botschafter für die fremde Kultur, die er in der Ferne erlebt, und die Menschen, deren tägliche Sorgen er geteilt hat“, so Rafael Meyke, der ein Jahr lang an einer Schule in Beit Sahour in Palästina unterrichtete.

Auf die prägenden Erlebnisse und Erfahrungen gingen auch drei „Alt-Freiwillige“ ein: Carsten Bolz, heute Superintendent des Kirchenkreises Charlottenburg-Wilmersdorf, Juliane Rumpel, heute Pfarrerin und Vorsitzende des Kuba-Beirats unseres Werkes, sowie Ulrike Gringmuth-Dallmer, heute Psychologin und beruflich mit der Zertifizierung von Freiwilligendiensten betraut. „Mein Weltbild wurde vom europäischen Kopf auf afrikanische Füße gestellt“, betonte Bolz, der 1986/87 mit dem Berliner Missionswerk ein Jahr in Tansania lebte und nun bekennt, „seitdem nur noch ökumenisch denken“ zu können.

Ulrike Gringmuth-Dallmer hob die Horizonterweiterung und die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Freiwilligen hervor, während Rumpel das Freiwilligenprogramm aus Perspektive der ökumenischen Partner beleuchtete, für die die alljährliche Aufnahme junger dynamischer Menschen auch eine Belastung sein könne. Vor allem aber bedeute das Jahr in der Fremde neue Impulse fürs Gemeindeleben. „Die Freiwilligen sind eine stabile und nachhaltige Brücke zu unseren ökumenischen Partnern“, betonte die Pfarrerin, die selbst ein Jahr lang nach Kuba entsandt war, „und mit unseren Freiwilligen sind wir als Landeskirche, als EKBO, auf junge und lebendige und positive Weise bei unseren Partnern präsent.“

Zuvor hatte Direktor Roland Herpich zum Abschluss seines Vortrages betont, dass die Freiwilligen mit großer interkultureller Erfahrung zurückkehren und sich in Deutschland in gesellschaftlichen oder kirchlichen Fragen engagieren. „Und so wird das <link http: www.berliner-missionswerk.de freiwilligenprogramm.html>Freiwilligenprogramm zum Gewinn für uns alle.“ <link>Mehr Fotos unter www.facebook.com/BerlinerMissionswerk/

Der Vortrag Roland Herpichs („‘So fern und doch so nah‘. Zum Themenjahr 2016 ‚Reformation und die Eine Welt‘“) liegt als Broschüre vor und kann kostenfrei angefordert werden:<link>bmw@berliner-missionswerk.de.