Ostergruß 2026

Dr. Ulrich Schöntube ©Konstantin Börner

Ostergruß 2026

Von Pfarrer Dr. Ulrich Schöntube, Direktor des Berliner Missionswerkes

Zu Ostern sind wir als Christenheit verbunden, weil wir den Sieg Christi über den Tod feiern. Was heißt das für unsere Zeit? Wir sehen den Tod in Krieg, in Zerstörung, in einer Zunahme von Nationalismen und Gewalt, in einem immer größeren Verbrauch von Ressourcen. Das alles tun Menschen, weil sie wie die Götter leben wollen. Es geht um Macht.

Zu Ostern stellt sich Gott der anderen Seite, der Ohnmacht. Er geht mit dem Menschen in den Tod und ruft ihn so ins Leben. Damit ist das Leben aus dem Recht des Stärkeren gebrochen, das Leben aus der Barmherzigkeit hat gesiegt.

Und das gilt ein für alle Mal: Gott setzt sich zu Ostern in größter Selbstlosigkeit für das Scheitern ein. Deshalb blicken wir Christen weltweit nicht auf die Sieger unsere Zeit, sondern auf die Verlierer. In ihrem Kreuz ist Gott und nicht anderswo.