„Als ob die Menschen hier nicht schon genug unter den Auswirkungen von Covid 19 und den staatlichen Maßnahmen zu leiden hätten!“, seufzt Pfarrer Otto Kohlstock, der als Mitarbeiter des Berliner Missionswerkes das diakonische Zentrum iThemba Labantu in Kapstadt leitet.
Er berichtet von den politischen Entwicklungen im Land und von den Ereignissen in den Provinzen KwaZulu-Natal und Gauteng: „Meine Frau und ihre Mutter waren zutiefst erschüttert, als sie Fotos und Videos von der zerstörten Innenstadt ihres Heimatortes Empangeni sahen. Freunde der Familie meinen, dass es in Wirklichkeit noch viel schlimmer war. Tagelang trauten sie sich nicht aus ihren Häusern. Ganz schwierig wurde es, als die Nahrungsmittel zur Neige gingen und es keine Geschäfte mehr gab, in denen sie etwas hätten kaufen können.“
Auch aus iThemba Labantu selbst gibt es traurige Nachrichten: „Allein in den letzten Wochen gab es sechs Morde direkt vor unserem Center.“
Umso dankbarer berichtet Kohlstock von positiven Entwicklungen: „Trotz des vielen (und willkommenen) Winterregens und der Corona-Maßnahmen macht unser Schulbau gute Fortschritte! Wenn es so weiter geht, werden wir gegen Ende des Jahres unser aufgestocktes Gebäude mit den vier neuen Klassenräumen und einem Büroraum einweihen können, worauf wir uns schon sehr freuen, denn unsere Gebäude platzen aus allen Nähten.“
Sehr froh ist er auch, wenn es trotz der hohen Jugendarbeitslosigkeit von 65 Prozent immer wieder manchen jungen Männern und jungen Frauen, die in iThemba zur Schule gegangen sind, gelingt, eine Arbeitsstelle zu erhalten. „Wenn sie uns besuchen, um zu berichten, dass sie jetzt ein Gehalt verdienen und sich und ihre Familien selber versorgen können, ist es immer wie ein kleines Fest. Alle sind glücklich, und diejenigen, die sich noch in der Ausbildung befinden, fühlen sich dann noch mehr motiviert, diese erfolgreich zu beenden.“
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