Talitha Kumi hat eine neue Verwaltungsleiterin

Angela Grünert (Foto: Gerd Herzog)

Wie sie rückblickend sagt, wurde ihre Biographie entscheindend von türkischen und arabischen Nachbarn geprägt, mit denen sie in Berlin-Kreuzberg aufwuchs. Die Islamische Welt wurden ihr in Praxis und Theorie zur zweiten Heimat: Krankenschwester in der Leprahilfe in Pakistan, Islamwissenschaften und Politologie in Deutschland, Arabischstudium im Westjordanland.


Aber Angela Grünert studierte nicht nur in Palästina, sondern engagierte sich auch für die entstehende Zivilgesellschaft. Der Oslo-Friedensprozess hatte im Sommer 1995 auch bei ihr große Hoffnungen geweckt: "Wir unterstützten Kandidatinnen für die ersten Parlamentswahlen in der Geschichte Palästinas; wir organisierten Pressekonferenzen, Wahlkampfveranstaltungen und fuhren mit Bussen über die Dörfer, um an die Frauen zu appellieren: Beteiligt euch an den Wahlen!"

Ihre Erlebnisse hat sie später als Buch veröffentlicht: "Der längste Weg heißt Frieden. Die Frauen im ersten palästinensischen Parlament." Das Schicksal der Palästinenser habe sie seitdem nicht mehr losgelassen, sagt sie. Aber zunächst führte sie ihr Weg nach Ägypten und in den Sudan; zuletzt leitete sie die Goethe-Institute in Khartum und Dhaka. Nun ist sie wieder zurück in Palästina: "Ich bin dem Berliner Missionswerk sehr dankbar, mir eine solch wunderbare und anspruchsvolle Aufgabe anzuvertrauen."