Der Schulverwaltungsrat hatte in seiner Sitzung am 6. Oktober, in der sowohl der Schulleiter als auch sein Stellvertreter angehört worden waren, empfohlen, eine Trennung vom stellvertretenden Sculleiter auszusprechen. Der Rat sah das Arbeitsverhältnis als zerrüttet an. Dieser Empfehlung kam der Schulträger, das Berliner Missionswerk, noch am gleichen Tage nach (wir berichteten). Vorangegangen waren mündliche Attacken des stellvertretenden Schulleiters gegen Vorgesetzte, Arbeitgeber und Kollegen.
Gleichzeitig hatte der Schulverwaltungsrat eine Kommission eingesetzt, die sich um eine Vermittlung bemühen soll. „Wir blicken jetzt in die Zukunft“, betont Nahostreferent Jens Nieper. „Unser Ziel war und ist es, den Kindern in Palästina eine gute Bildung zu ermöglichen und ihnen somit eine Perspektive zu schenken.“ Daher habe man immer wieder das Gespräch gesucht. Die Entlassung des stellvertretenden Schulleiters allerdings sei unumkehrbar. „Auch dies zum Wohle der Kinder.“
An der Schule aber kommt es seit dem 6. Oktober immer wieder zu Streiks und Vorwürfen, die vor allem an Schulleiter Lindemann gerichtet werden. So fand etwa am 23. Oktober eine Kundgebung auf dem Schulgelände statt, bei der Lindemann verunglimpft und der entlassene Mitarbeiter auf Schultern über den Hof getragen worden sei – trotz des Hausverbots, das gegen ihn erlassen worden war. „Wir prüfen nun rechtliche Schritte“, so Nieper. Es sei unverantwortlich, wie eine interne Personalangelegenheit von Einzelnen momentan missbraucht und in die Öffentlichkeit gezerrt werde. „Das gefährdet die Ausbildung von rund tausend Kindern und Jugendlichen, aber auch die Arbeitsplätze von ca. 100 Mitarbeitern“, betont der Nahostreferent. Die Schule bemühe sich zurzeit, den Kindern auf anderen Wegen den Schulstoff zukommen zu lassen, besonders den Schülerinnen und Schülern, die sich zurzeit in den Klausuren des Abiturs befinden. „Wir tun alles, was wir können, damit in Talitha Kumi wieder Ruhe einkehrt.“
<link file:353>Lesen Sie hier den Offenen Brief des Schulleiters (PDF)
Talitha Kumi: Offener Brief an die Eltern