Einerseits märchenhaft verschneit, andererseits von Baustellentätigkeit geprägt: So präsentierte sich das weitläufige Schulzentrum auf einem Hügel über Beit Jala seinen BesucherInnen. Der Rat der EKD war gekommen, um sich über die politischen Rahmenbedingungen zu informieren, unter denen Talitha Kumi rund tausend Kinder betreut und fördert. Denn die gemeinsame Beschulung von Mädchen und Jungen sowie von Christen und Muslimen, die in Talitha Kumi praktiziert wird, ist in Palästina bis heute nicht selbstverständlich. Das inklusive Konzept und das breit angelegte deutschsprachige Unterrichtsangebot – mit Deutschem Internationalem Abitur - bereichern die palästinensische Bildungslandschaft.
„Wir freuen uns sehr, dass der Rat mit dem Besuch in Talitha Kumi die Friedensarbeit unseres Werkes würdigt“, so Direktor Roland Herpich, der die Delegation gemeinsam mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des Missionsrates, Kirchenpräsident Joachim Liebig, sowie mit Nahostreferent Jens Nieper empfangen hatte. „Das Engagement des Berliner Missionswerkes für Toleranz und Frieden im Heiligen Land kann man gar nicht hoch genug bewerten“, betonte Liebig. „Das Werk leistet ungemein wichtige Arbeit, damit künftige Generationen in Palästina in Würde werden leben können.“
„Talitha Kumi – Mädchen, steh auf!“ Dieses Bibelzitat ist Name und Programm der Schule. Seit 160 Jahren werden hier Mädchen – und heute auch Jungen - aus christlichen und muslimischen Familien gemeinsam erzogen. Die Einrichtung, zu der auch Kindergarten, Internat und Berufsschule gehören, will die Botschaft der Versöhnung weitergeben und bietet den Kindern ein Umfeld, in dem sie zu toleranten und selbstbewussten Persönlichkeiten heranwachsen können.
Talitha Kumi: Rat der EKD würdigt Bildungsarbeit