An seiner Lebensgeschichte zeige sich, was protestantische Mission in idealer Weise leisten könne, so Herpich: Mdegella habe nicht nur Schulen und Kindergärten gegründet, sondern auch 1991 die ersten beiden die ersten beiden Frauen in Tansania ordiniert. Er habe gesellschaftliche Entwicklungen voran gebracht und Menschen zum Nachdenken bewegt. Ein gutes Beispiel für seine Antworten auf drängende gesellschaftliche Fragen ist das Huruma-Center, von Bischof Mdegella 1994 mitgegründet. In der Region Iringa werden besonders viele Menschen Opfer von Aids, so dass viele Kinder früh zu Waisen werden. In Huruma finden 45 von ihnen ein neues Zuhause.
Die ELCT ist mit 6,3 Millionen Mitgliedern die zweitgrößte lutherische Kirche der Welt und mit 24 Diözesen die größte lutherische Kirche Ostafrikas. Mit einem jährlichen Zuwachs von 8 Prozent ist sie zudem eine der am stärksten wachsenden Kirchen in unserer Zeit. Sie ist aus der Mission deutscher, schwedischer und amerikanischer Missionsgesellschaften hervorgegangen; die Berliner Mission ist seit 1891 im Süden Tansanias aktiv.
In Tansania tragen die Kirchen das Gesundheits- und Bildungswesen in entscheidendem Maße mit; über das ganze Land verteilt unterhält die ELCT Krankenhäuser, Erste-Hilfe-Stationen, Kinderheime und andere diakonische Einrichtungen, sowie zahlreiche Schulen, darunter auch Blinden- und Gehörlosenschulen. Viele dieser Einrichtungen und auch tansanische Städte gehen auf die Gründung durch Berliner Missionare zurück. Die ELCT ist seit 1975 offizielle Partnerkirche der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz.
Tansania: Bischof Mdegella verabschiedet